Weiterverarbeitung von Karton

Mit Karton ist dieselbe hervorragende Bildwiedergabe möglich wie mit den besten Feinpapieren oder übertrifft diese gar. Karton bietet die gleichen Möglichkeiten, neue, anspruchsvolle Formen zu erzielen wie konkurrierende Verpackungsmaterialien. Die Anforderungen an die Funktionalität des Materials in verschiedenen Verarbei-tungsverfahren steigen jedoch mit der Erhöhung der Durchlaufgeschwindigkeiten in Druckverfahren und nachfolgenden Weiterverarbeitungsverfahren. Zudem ist die Akzeptanz für Verunreinigungen oder leichte Qualitätsabweichungen des Endprodukts infolge der Anforderungen der Endanwender und des Einsatzes moderner Qualitätssicherungssysteme an den verschiedenen Verarbeitungsmaschinen erheblich gesunken.

Die Produktivität ist die Fähigkeit des Materials und des definierten Verfahrens, festgelegte Ziele zu erreichen, und lässt sich nur schwer quantitativ definieren, da die Erwartungen von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sind. Der gleiche Karton in der gleichen Art von Maschine, jedoch für eine andere Endanwendung, kann hinsichtlich der Produktivität bessere oder schlechtere Ergebnisse erzielen. Produktivität kann auf vielerlei Weise gemessen werden, in fixen und relativen Zahlen, für ein ganzes Werk oder für eine bestimmte Maschine:
• Anzahl verbrauchter Mannstunden je verarbeiteten Bogen.
• Gesamteffektivität der Anlage, Kapazitätsausnutzung.
• Anzahl der einwandfrei verarbeiteten Bogen pro Mannstunde.
• Ausschussmenge.

Im Hinblick auf die Fähigkeit des Materials, erhöhter mechanischer Beanspruchung durch höhere Verarbei-tungsgeschwindigkeiten und höhere Anforderungen an die Wechselwirkung zwischen Druckfarbe und Ober-fläche standzuhalten und ohne Unterbrechungen durch mangelnde Konstanz in der Weiterverarbeitung zu funktionieren, wirken sich das Material und seine Eigenschaften auf alle obigen Parameter aus.

Durch die steigenden Anforderungen der Markenwerbung an das Grafikdesign und durch den Einsatz von Techniken zur Oberflächenverbesserung entstehen innovative Formen und multisensorische Erfahrungen für den Verbraucher oder Anwender, der das Produkt in Händen hält.

Ein Verständnis der Wechselwirkung zwischen Karton- eigenschaften und effektiver Weiterverarbeitung ist für Designer und Verarbeiter von entscheidender Bedeutung, da das endgültige Design des Produkts zusammen mit der Kartonwahl einen Einfluss auf entscheidende Verarbeitungsfaktoren wie Bedruckbarkeit, Planlage sowie Rill- und Falteigenschaften hat. Angesichts aller Variablen kann man wohl sagen, dass Konstanz im Verhalten des Kartonprodukts der Schlüssel für eine hohe Leistungsfähigkeit ist.

Druck- und Weiterverarbeitungsmaschinen können viele verschiedene Kartonsorten mit annehmbarer Produktivität verarbeiten. Die Toleranz für Unregelmäßigkeiten bei kritischen Parametern sinkt jedoch mit wachsender Geschwindigkeit und Komplexität. Zu den kritischen Parametern, bei denen Konstanz für eine hohe Produktivität unerlässlich ist, gehören folgende:
• Wechselwirkung zwischen Druckfarbe und Oberfläche für eine gleichmäßige Farb- und Klebstoffabsorption und -trocknung.
• Dimensionsstabilität für Passergenauigkeit und passgenaues Stanzen.
• Planlage für eine einwandfreie Zuführung und Klebenahtausrichtung.
• Saubere Kanten und Oberflächen zur Vermeidung unnötiger Reinigungspausen.
• Korrekter Faltvorgang zur schnellen Aufrichtung der Schachteln und anschließenden Klebenahtausrichtung für eine genaue Form, die hohe Geschwindigkeiten bei der Befüllung ermöglicht.

Die folgenden Abschnitte beschreiben die Merkmale, die eine qualitativ hochwertige und störungsfreie Produktion in den üblichsten Verfahren ermöglichen.

 

 

Hervorragende Druckqualität

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Karton für grafische Anwendungen eine hervorragende Druckqualität gewährleistet. Um diese zu erzielen, muss der Karton hohe Anforderungen in Bezug auf sein Erscheinungsbild und seine Funktionalität während des Druckverfahrens erfüllen. Die Fähigkeit des Kartons, diese Anforderungen zu erfüllen, wird als Bedruckbarkeit bezeichnet. Insgesamt gesehen zeichnet sich eine hohe Druckqualität durch einheitliche Druckergebnisse, hohen Farbglanz und eine getreue Farbwiedergabe aus.

Einheitliche Druckergebnisse

Um einheitliche Druckergebnisse im Halb- und Volltonbereich zu erzielen, ist es wichtig, dass sowohl die Farbübertragung als auch die Farbabsorption angemessen sind. Eine gute Farbübertragung von der Farbübertragungsplatte auf den Karton ist äußerst wichtig.

Eine gleichmäßige Oberflächenspannung ermöglicht ein ausreichendes Benetzen der Oberfläche mit der Farbe. Dies ist besonders beim Flexodruck, beim Digitaldruck mit Flüssigtoner und beim Bedrucken von extrudierten Kunststoffoberflächen oder auf andere Weise vor dem Bedrucken beschichteten Oberflächen von Bedeutung.

Eine gleichmäßige Farbabsorption ist immer wichtig, ganz gleich, welches Druckverfahren verwendet wird. Sie wird erreicht, indem für eine gleichmäßige Absorption von Öl bzw. Wasser (je nach Lösungsmittel) gesorgt wird. Für Farben auf Ölbasis im herkömmlichen Offsetdruck ist die Absorption von Wasser und Öl erforderlich, da das Vor-handensein von Feuchtmittel auf der Oberfläche des Bedruckstoffs die Farbübertragung behindern kann. Im Offsetdruck können Unregelmäßigkeiten bei der Farbabsorption zu Mottling oder Farbrückspaltung führen.

Um eine gleichmäßige Farbübertragung und -absorption zu erzielen, ist es wichtig, dass der Karton einen Strich mit gleichmäßiger Dicke aufweist. Dies ist besonders für das Bladestreichverfahren von Bedeutung. Eine raue Basiskartonoberfläche vor dem Strich verursacht lokale Abweichungen im Strichgewicht, die wiederum zu Abweichungen beim Kalandrieren und Glätten führen können. Ein gut überwachtes Strichauftragsverfahren sorgt für ein gleichmäßiges Strichgewicht sowie eine kontrollierte Strichzusammensetzung und trägt so zu einheitlichen Druckergebnissen bei.

Hoher Farbglanz

Feuchtmittel, das nicht emulgiert oder absorbiert ist,
kann die Farbübertragung auf bedruckte und unbedruckte
Flächen behindern. Klicken zum Vergrößern.

 

Hoher Farbglanz ist eine Eigenschaft einer sehr flachen, egalisierten Farbschicht. Dies gilt für jede Farbschicht und sollte nicht mit dem Begriff „Hochglanzfarben“ verwechselt werden. Ein Strich mit gleichmäßigen Absorptionseigenschaften ist hierfür äußerst wichtig. Bei einer sehr glatten Kartonoberfläche egalisiert sich die Farbschicht schneller und einfacher. Weil eine dickere Farbschicht Vertiefungen in der Kartonoberfläche ausfüllen kann, ist hier die Wahrscheinlichkeit für eine glatte Oberfläche höher. Aus diesem Grund führt die dicke Farb-schicht beim Siebdruck oft zu einem hohen Farbglanz.

Gute Benetzungseigenschaften ermöglichen eine
ausreichende Farbhaftung und anschließende
Farbabsorption.

Bereiche mit komprimierter Streichmasse und
Basiskarton können zu lokalen Abweichungen
in der Dichte führen.
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Der Schlüssel für einen hohen Farbglanz liegt oft darin, die Farbschicht vor der Absorption erst egalisieren zu lassen, d. h. die Druckfarbe darf etwas länger feucht bleiben. Für eine gute Farbabsorption ist jedoch eine hohe Absorptionsgeschwindigkeit erforderlich, so dass der erzielte Farbglanz in gewissem Umfang durch die Notwendigkeit einer zufriedenstellenden Farbabsorption begrenzt wird. Die Strichzusammensetzung des Kartons ist der Faktor, der den größten Einfluss auf die Geschwindigkeit der Farbtrocknung hat. Ein Strich mit großen Poren absorbiert Druckfarbe langsamer und unterstützt so die Farbegalisierung.

Getreue Farbwiedergabe

Die Faktoren, die den größten Einfluss auf eine getreue Farbwiedergabe haben, sind Farbdichte, Punktzuwachs (mechanisch und optisch) und der Umfang der Farbskala, der mit einem bestimmten Satz Druckfarben erzielt werden kann.
• Die Farbdichte hängt direkt mit der Menge der Farbpigmente zusammen, die auf die Kartonoberfläche übertragen werden. In einigen Fällen hängt das Ergebnis von der Wasser- und Ölabsorption der Strichlage ab. Zu viel Feuchtigkeit auf der Kartonoberfläche kann zu einer schlechten Farbübertragung für eine Farbe auf Ölbasis führen (auch als Abstoßen der Druckfarbe bekannt).

Diese Feuchtigkeit kann auf Kondenswasser von einer kalten Kartonpalette zurückzuführen sein, auf überschüssiges Feuchtmittel von einer vor-herigen Druckeinheit oder von überschüssigem Feuchtmittel, das nicht ordnungsgemäß mit der Farbe emulgiert ist.
• Beim Punktzuwachs kann es sich um mechanischen und optischen Punktzuwachs handeln. Im Offsetdruck tritt der größte mechanische Punktzuwachs bereits auf, bevor die Druckfarbe mit dem Bedruckstoff in Berührung kommt, so dass Abweichungen in der gestrichenen Kartonoberfläche nur wenig zu den Abweichungen beim mechanischen Punktzuwachs beitragen. Beim Flexodruck oder Digitaldruck (mit Flüssigtoner) können die Oberflächenspannung und die Durchlässigkeit der Kartonoberfläche jedoch dazu führen, dass die Farbe sich auf der Oberfläche oder in der Strich- und Basiskartonstruktur mehr oder weniger ausbreitet.

Ideale Reflexion und Absorption von Licht auf
einer bedruckten Oberfläche.

Punktzuwachs durch Ausbreitung in der Strichlage.

Konzept des optischen Punktzuwachses, bei
dem die Lichtmenge im Vergleich zur idealen
Reflexion durch Streuung und Absorption begrenzt
wird. Klicken zum Vergrößern.

 


• Der optische Punktzuwachs wird durch die Lichtabsorp-tion des Strichs und des Basiskartons sowie ihre lichtstreuenden Eigenschaften beeinflusst. Eine gute Oberflächenglätte soll im Allgemeinen auch einen positiven Einfluss auf den optischen Punktzuwachs haben, was jedoch noch nicht endgültig bewiesen ist.
• Die reproduzierbare Farbskala hängt vor allem von der Druckfarbenqualität, der Dicke der Farbschicht und der erzielten Farbdichte ab. Weitere Faktoren, die einen Einfluss auf die Farbskala haben, sind ein hoher Farbglanz und die optischen Eigenschaften der Kartonoberfläche. Für die Sekundär- und weiteren Farben ist die Druckfarbenannahme entscheidend. Eine gute und saubere Farbannahme ermöglicht die Wiedergabe einer größeren Farbskala. Es ist äußerst wichtig, dass so viel wie möglich der zweiten und folgenden Farbschichten in einem gleichmäßigen Muster auf die erste Farbe übertragen wird und dabei keine Unregelmäßigkeiten in der Farbdichte auftreten. Die Farbabsorptionseigenschaften und die Zügigkeit der verschiedenen Farbschichten beeinflussen sich gegenseitig; aus diesem Grund kann auch die Farbfolge von Bedeutung sein.

Laufeigenschaften und Produktivität

Unter guten Laufeigenschaften sind die verschiedenen Faktoren zusammengefasst, die für einen zügigen Durchlauf der Auftragsproduktion durch die Druck- und Veredelungs-anlagen mit wenigen Produktionsunterbrechungen und geringem Materialausschuss sorgen. Mehrlagiger Karton hat viele wichtige Merkmale, die kostengünstige Druck- und Veredelungsverfahren sowie das gesamte Qualitätsbild der fertigen Produkte unterstützen. Der wichtigste Baustein für eine rationelle Verarbeitung des Kartons ist ein Produkt, das sich sowohl im Druck als auch bei der Weiterverarbeitung gleichbleibend verhält. Konstanz macht das Produkt berechenbar, was in vielen Fällen eine kürzere Rüstzeit bedeutet. Zuverlässigkeit spielt auch eine Rolle dabei, die erwarteten Produktionsraten von einer Partie zur anderen jahrein, jahraus aufrechtzuerhalten.

Zuführung und Betrieb

Die schnell die Zuführung konfiguriert werden kann und wie gut das Basismaterial durchläuft, sind Faktoren, die einen Einfluss auf die Gesamtwirtschaftlichkeit eines Druck- oder Verarbeitungsauftrags haben. Die Faktoren, die hauptsächlich bestimmen, wie schnell der Auftrag eingerichtet und verarbeitet werden kann, sind eine rationelle Zuführung, Planlage, Dimensionsstabilität und Staubfreiheit.

Rationelle Zuführung

Die wichtigsten Kartoneigenschaften, die sich auf eine gleichbleibende Zuführung von einer Palette oder einer Rolle zur anderen auswirken, sind Reibung, gleichmäßige Dicke und die Planlage bzw. Form des Kartons (wobei der letzte Punkt im nächsten Abschnitt beschrieben wird). Die Reibung ist auf viele verschiedene Faktoren zurückzuführen, zu den wichtigsten gehören jedoch die Oberflächenchemie und die Oberflächentopographie.

Die Bogen können aufgrund der elektrostatischen Anziehung aneinander haften. Dies gilt hauptsächlich für dünneres Papier, kann allerdings auch bei Karton mit niedrigerem Flächengewicht auftreten. Eine elektrostatische Aufladung kann am besten vermieden werden, indem man den Karton nicht zu stark austrocknen lässt. Wenn die Oberfläche etwas rau ist, besteht die Gefahr eines mechanischen Ineinandergreifens der Bogen, was die Kartonzuführung behindert. Auf der anderen Seite führt eine zu glatte Oberfläche zu einer größeren Kontaktfläche zwischen den Bogen, die ein Aneinanderhaften durch Oberflächenchemie fördern kann. Dieser Effekt lässt sich mit der Kraft vergleichen, mit der zwei Glasplatten aneinander haften.

Elektrostatische Anziehung.

Eine raue Oberfläche ermöglicht mechanisches
Ineinandergreifen und Reibung.

Glatte Oberfläche mit lokalen Ladungen durch
chemische Anziehung.

Planlage

Die Planlage der Bogen hat einen Einfluss auf die Druckmaschinengeschwindigkeit und manchmal sogar auf das Druckergebnis selbst. Unregelmäßigkeiten in der Planlage werden als Verdrehung oder Rollneigung bezeichnet. Beides führt zu Problemen bei der Kartonzuführung und beim Betrieb der Druck- oder Veredelungsmaschine. Verdrehen und Rollen lassen sich am besten vermeiden, indem der ursprüngliche Feuchtigkeitsgehalt des Kartons aufrechterhalten wird.

Planlage ist eine entscheidende Eigenschaft von Karton und hat großen Einfluss auf die Effizienz der verschiedenen Verfahren in der gesamten Verarbeitungskette. Die Kontrolle der Roll- und Verdrehungsneigung während des Kartonherstellungsverfahrens ist ein sehr komplexer Vorgang. Er beginnt mit der Herstellung des mehrlagigen Aufbaus in der Nasspartie der Kartonmaschine, wo die folgenden Faktoren zu Minimierung eines Spannungsaufbaus im Bogen beitragen:

• Faserzusammensetzung in den jeweiligen Lagen des mehrlagigen Aufbaus
• Faserausrichtung
• Feinstoffgehalt
• Kontrollierter Wasserentzug und Rückfeuchtung
• Kontrollierte Trocknung der Bahn
• Bahnspannung in der Trockenpartie.

Ein Gleichgewicht dieser Faktoren ergibt einen planen Bogen und minimiert die Gefahr ungleichmäßiger Spannungen durch feuchtigkeitsbedingte Veränderungen. Diese Spannungen könnten sich später in den Druck- oder Veredelungsverfahren abbauen und dort zu Verwerfungen des Bogens führen. 

Dimensionsstabilität

In mehrstufigen Verarbeitungsverfahren (und sogar beim Mehrfarbendruck) ist es wichtig, ein Basismaterial mit ausgezeichneter Dimensionsstabilität zu verwenden. Das Basismaterial ist vielen unterschiedlichen Kräften ausgesetzt, die die Struktur so stark belasten können, dass der Bogen seine Maße verändert. Diese Kräfte können auf ein Aufquellen durch den Kontakt mit Feuchtigkeit oder auf eine mechanische Belastung des Bogens während der Druck- oder Veredelungsverfahren zurückzuführen sein. Verschiedene Kartonsorten sind mehr oder weniger anfällig für Verformungen durch Klimaschwankungen.

Staubfreiheit

Für einen rationellen Betrieb der Druck- oder Veredelungsmaschine braucht man ein Basismaterial, das frei von Staub und Faserpartikeln ist. Wichtige Faktoren für die Minimierung von Staub und Partikeln (die hauptsächlich von den Bogenkanten stammen) sind das Aufschlussverfahren und das Rückhaltevermögen für kleinere Fasern.
• Saubere Kanten hängen in wesentlichem Maße von der Fähigkeit der Fasern ab, sich miteinander zu verbinden. Zellstofffasern sind flexibel, vernetzen sich leicht mit anderen Fasern und bilden so ein starkes Fasernetz. Bei Holzstoff spielt das Verarbeitungsverfahren eine zentrale Rolle bei der Verbesserung der Bindefähigkeit des Fasernetzes. Bei der Refinermahlung entstehen größere Kontaktflächen zwischen den einzelnen Fasern. Die Feinabstimmung dieses Verfahrens gewährleistet eine gute Bindung im Fasernetz.
• Mit Hilfe von Retentionschemikalien werden kleine Faserteile (Feinstoff) im Bogen gehalten. Dies sorgt für weitere Kontaktpunkte im Fasernetz und trägt dazu bei, die Fasern aneinander zu binden. Faserretention ist bei Holzstoff ebenso wichtig wie bei Zellstoff.

Farbauftrag

Zu den Kartoneigenschaften, die für einen guten Farbauftrag besonders wichtig sind, gehören eine gute Oberflächenfestigkeit und eine gute Spaltfestigkeit.

Gute Oberflächenfestigkeit

Beim Offsetdruck weisen die Farben eine hohe Zügigkeit auf. Um den Kräften in der Druckzone standhalten zu können und ein Rupfen zu vermeiden, muss der Strich sehr gut an der Oberfläche des Basiskartons haften. Eine gute Bindung zwischen Strich und Basiskarton wird durch folgende Kartoneigenschaften gefördert:
• Für eine gute Haftung des Strichs müssen die Fasern an der Oberfläche des Basiskartons sehr gut miteinander verbunden sein. Ist die Bindung zwischen den Fasern nicht ausreichend, kann sich der Strich lösen und reißt dabei auch einige der oberen Fasern mit. Dieser Vorgang wird Rupfen genannt. Die gute Bindung zwischen den Fasern wird durch eine gute Feinstoffretention gefördert. Eine gleichmäßige Oberflächenleimung des Basiskartons ist eine strapazierfähige Grundlage für den Strich. Schwächere Punkte könnten anderenfalls in der Druckzone abgerissen werden.
• Ein grundlegender Faktor ist die gute Bindung innerhalb der Strichlage. Dabei ist nicht allein der Strich entscheidend, auch der Basiskarton kann diesen Faktor beeinflussen. Abweichungen in der Oberflächenporosität des Basiskartons können zu einer Bindemittelwanderung in der Strichlage und somit zu Schwankungen in der inneren Festigkeit führen

Ein ungleichmäßiges Eindringen der
Oberflächenleimung führt punktuell zu
schwächeren Bereichen.





Eine punktuelle Abweichung in der Verteilung
der Strichkomponenten kann auf
Schwankungen in der Oberflächenporosität
zurückzuführen sein, die indirekt aufgrund
der Basiskartondichte oder direkt durch eine
ungleichmäßige Verteilung der
Oberflächenleimung entstehen.
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Gute Spaltfestigkeit

Eine gute Spaltfestigkeit ist vor allem für den Offsetdruck von Bedeutung, da die zügigen Farben große Kräfte auf das Basismaterial ausüben. Die Kräfte sind eine Kombination aus Zug- und Scherkräften am Ende der Druckzone und können zu einer Delaminierung führen. Anders als beim Rupfen, das an der Grenzfläche zwischen der Strichlage und der Oberfläche des Basiskartons auftritt, findet eine Delaminierung innerhalb der Basiskartonstruktur statt, und zwar innerhalb einer Lage oder zwischen verschiedenen Lagen oft nahe der Oberfläche.

Eine Delaminierung ist während des Druckverfahrens am wenigsten erwünscht. Deshalb muss die Spaltfestigkeit hoch genug sein, um dies zu verhindern. Beim Rillen, Falten und Prägen ist eine Delaminierung jedoch erforderlich, und daher darf die Spaltfestigkeit wiederum auch nicht zu hoch sein. Deshalb müssen die Eigenschaften des Basiskartons sehr ausgewogen sein.

Eine gute Spaltfestigkeit hängt von der Bildung eines festen und elastischen Fasernetzes im Basiskarton ab. Dies wird von den Fasereigenschaften und der Blattbildung beeinflusst. Die Verwendung von Primärfasern mit unterschiedlicher Zugfestigkeit, Steifigkeit, Form und Bindungsfähigkeit hat einen Einfluss auf die Festigkeit des Fasernetzes. Die Grundlage für die Herstellung eines Fasernetzes mit der richtigen Festigkeit ist der Einsatz von Primärfasern sowie eine kontrollierte Blattbildung in der Kartonmaschine.

Schnelles Wenden und Bedrucken der Rückseite

Für die Erzielung einer hohen Druckgeschwindigkeit und einer wirtschaftlichen Produktion ist es wichtig, den Bogen so schnell wie möglich nach dem ersten Druckdurchlauf zu wenden, um die Rückseite bedrucken zu können. Der wichtigste Faktor für ein schnelles Bedrucken der Rückseite ist die Farbtrocknung. Eine zu große Farbmenge oder der falsche pH-Wert des Feuchtmittels können die Trocknungsgeschwindigkeit verlangsamen.

Da verschiedene Druckfarbentypen auch unterschiedlich trocknen, wird die Trocknung durch viele Oberflächeneigenschaften beeinflusst. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, den Farbtyp sorgfältig auf die Oberflächeneigenschaften des Kartons abzustimmen. Offsetfarben für gestrichene Oberflächen müssen zum Beispiel schnell genug absorbiert werden, um eine Trocknung zu ermög- lichen. Kleinere Poren im Strich absorbieren den niedrigviskosen Teil der Farböle schneller. Zudem hat das Gesamtporenvolumen einen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Farbabsorption.

Die Festigkeit des Fasernetzes wird vor allem
durch das Aufschlussverfahren und die
Faserbehandlung bestimmt.

Moderne Druckfarben trocknen oft durch eine
Kombination aus Absorption und Verdunstung.
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Kein Farbablegen

Um die Gefahr des Farbablegens zu vermindern, ist eine schnelle Farbabsorption und -trocknung entscheidend. Die Absorptionseigenschaften entsprechen den im obigen Punkt erwähnten Eigenschaften. Weitere Kartoneigenschaften, die einen Einfluss auf das Farbablegen haben, sind die Oberflächenglätte und eine geringe Dichte.
 • Bei der Oberflächenglätte muss die korrekte Abstimmung der Oberflächeneigenschaften auf der Druck- und auf der Rückseite berücksichtigt werden. Bei einer rauen Oberfläche ist ein Farbablegen von den „Spitzen“ in der Oberflächen-topographie möglich. Andererseits kann bei einer sehr glatten Oberfläche die große Kontaktfläche zwischen den Bogen die Gefahr eines Farbablegens erhöhen. Vor allem in diesem Fall ist es äußerst wichtig, den Farbtyp sorgfältig auf die Oberflächeneigenschaften des Kartons abzustimmen.
• Ein Basismaterial mit hoher Dichte wie ein dickes, holzfreies Papier führt im Vergleich zu einem Karton mit großem Volu-men zu einem höheren Druck auf die darunterliegenden Bogen im Ablagestapel. Bei gleicher Höhe der Ablagestapel in einer Bogendruckmaschine verringert ein hochvolumiges Basismaterial wie Grafikkarton die Gefahr des Farbablegens.

Machen Sie das Beste aus Ihren Veredelungsoptionen

Grafikkarton ist ein fehlertolerantes Material. Das wird besonders in den Veredelungsverfahren deutlich. Unter der festen, glatten und weißen Oberfläche verbergen sich alle Stärken, die für die Ausführung der anspruchsvollsten Anwendungen erforderlich sind. Ob nun lediglich ein Lack aufgetragen wird, um die grafische Darstellung hervorzuheben, oder die kompliziertesten Entwürfe in mehrstufigen Verfahren umgesetzt werden, wird das Ergebnis immer vorhersagbar und gut sein.

Laufeigenschaften im Allgemeinen

Gute Laufeigenschaften in den verschiedenen Weiterver- arbeitungsverfahren hängen von denselben Faktoren ab wie oben im Abschnitt „Zuführung und Betrieb“ beschrieben. Wichtig ist auch eine gute Abriebfestigkeit und dass kein Abreiben der Druckfarbe erfolgt.

Gute Abriebfestigkeit

Eine Farb- oder Lackschicht muss absolut beständig sein und sowohl die weiteren Veredelungsverfahren als auch die Handhabung der fertigen Produkte überstehen. Faktoren, die einen Einfluss auf die Abriebfestigkeit haben, sind der Farbtyp und die Abriebeigenschaften der Oberfläche.
• Die beste Möglichkeit, eine gute Abriebfestigkeit zu erzielen, ist die Wahl einer Druckfarbe mit einem etwas höheren Wachsgehalt. Wie bereits früher erläutert, ist es äußerst wichtig, den Farbtyp entsprechend auf die Absorptionseigenschaften der Oberfläche des Basismaterials abzustimmen.
• Eine glatte Oberfläche trägt zu einer guten Abriebfestigkeit bei, da sie weniger Spitzen in der Oberflächentopographie aufweist. So kann der Abrieb von Farbe oder Lack in den Veredelungsverfahren vermieden werden. Die Abriebeigenschaften der Oberfläche sollen außerdem durch die Strichrezeptur und die Wahl des Strichpigments beeinflusst werden

Kein Abreiben

Die Farbpigmente sollten gut an der Oberfläche haften und während der Veredelungsverfahren nicht abgerieben werden.

Auch dieser Punkt erfordert wieder eine sorgfältige Abstimmung des Farbtyps auf die Absorptions-eigenschaften des Basismaterials. Die Oberfläche sollte das Farbbindemittel nicht absorbieren, weil die Pigmente dadurch schlechter an der Oberfläche haften würden. Dieses Problem kann auftreten, wenn ein Basismaterial mit zu hoher oder zu schneller Farbabsorption verwendet wird, was vor allem mit der Porengröße des Strichs und dem Gesamtporenvolumen zusammenhängt.

Farbtrocknungsphasen: Die Absorption des
Bindemittels ermöglicht die Oxidation.
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Breites Spektrum an Veredelungsoptionen

Der mehrlagige Aufbau und die Oberflächeneigenschaften von Kartonprodukten ermöglichen ein breites Spektrum an Veredelungsoptionen. Die Veredelungstechniken sind jedoch ganz unterschiedlich. Daher werden die Aspekte der Laufeigenschaften im Rahmen der verschiedenen Abschnitte zu den Veredelungstechniken beschrieben.
Ganz allgemein ermöglichen folgende Kartoneigenschaften der Druckerei, das Beste aus den Veredelungsoptionen zu machen.
• Festigkeit und Strapazierfähigkeit lassen sich in Form von Zugfestigkeit, Reißfestigkeit, Delaminierungswiderstand und Stauchwiderstand messen. Diese Eigenschaften sind für die Umsetzung von aufwändigen Designs wie Prägungen und komplizierten Strukturen entscheidend.
• Die Rill- und Falteigenschaften hängen von einer komplexen Kombination aus Faktoren wie Zugfestigkeit, Stauchwiderstand, Delaminierungswiderstand, Biege-widerstand, Planlage und Dimensionsstabilität ab. Diese Faktoren sind entscheidend für die Fähigkeit des Kartons, der dauerhaften Verformung durch tiefe und schmale Rillen nachzugeben und die gewünschte Form der Falze beizubehalten.
• Planlage und Dimensionsstabilität sind entscheidende Parameter für hervorragende Ergebnisse in den Veredelungsverfahren. Die Wahl und Zusammensetzung der Rohstoffe in Kombination mit einem sorgfältig gesteu-erten Herstellungsprozess resultieren in einem Karton, der seine Planlage und Dimensionsstabilität durch alle Verfahren hindurch bewahrt. Da Karton jedoch hygro-skopisch ist, sollte er nur Bedingungen ausgesetzt werden, die seinen Feuchtigkeitsgehalt nicht beeinflussen. Wie Sie Feuchtigkeitsprobleme vermeiden können, entnehmen Sie bitte dem Abschnitt „Handhabung von Karton“.

Good plybond
Good plybond is primarily applicable to offset litho printing, since the tacky inks impose a high force on the substrate. This force is a combination of pulling and shearing in the exit of the printing nip, which may cause delamination. Unlike coating picking, which may occur in the interface between the coating layer and the baseboard surface, delamination occurs within the baseboard structure, either within a ply or between different plies, often close to the surface.
Delamination is least of all desirable in the printing process, so the plybond must be sufficiently strong. However, in the creasing, folding and embossing operations delamination is necessary, so the plybond must not be too strong either. Therefore the properties of the baseboard need to be very well balanced.
Good plybond depends on the forming of a strong and elastic network inside the baseboard. This is influenced by the fibre characteristics and the formation of the sheet. The use of virgin fibres with different tensile strength, stiffness, shape and bonding abilities affects the strength of the final fibre network. The basis for producing a fibre network with the right strength is the use of virgin fibres in itself, together with controlled sheet forming on the paperboard machine.
Quick turn around and reverse side printing
To achieve high print speed and good economy it is important to be able to turn the sheet around and print the reverse side as soon as possible after the first print run. The most important factor for quick reverse side printing is ink drying. Too much ink, or the wrong pH in the fountain water may decrease the drying speed.
Since different ink types are designed to dry in different ways, the drying is influenced by various surface properties. Therefore it is vital to match the ink type carefully to

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