Handhabung von Karton

Wer mit mehrlagigem Karton arbeitet und ihn ordnungsgemäß handhabt, wird mit einem Material mit überragenden Eigenschaften in allen Bereichen der Herstellung belohnt. Der mehrlagige Aufbau ist die Grundlage vieler hervorragender Eigenschaften, die dabei helfen, die beste Qualität und optimale Laufeigenschaften in den Druck- und Veredelungs-verfahren zu erzielen. Die mehrlagige Konstruktion erfordert jedoch auch einige wenige besondere – aber sehr wichtige – Vorkehrungen im Hinblick auf die Handhabung.

Karton, Feuchtigkeit und Planlage

Karton reagiert empfindlich auf Feuchtigkeitsschwan- kungen. Der beste Weg, die Originaleigenschaften des Kartons durch alle Produktionsstufen hindurch zu erhalten, ist seinen ursprünglichen Feuchtigkeitsgehalt zu bewahren. Gemäß seinen Herstellungsbedingungen weist Karton in einer definierten Umgebung von 50 % relativer Luftfeuchtigkeit bei 20 °C eine Planlage auf. Feuchtigkeitsschwankungen führen zu Veränderungen in der Form oder den Abmessungen des Kartons. Durch Austrocknen wird der Karton spröder.

Vor den Druck- und Verarbeitungsverfahren

Eine relative Feuchtigkeit von 45 – 60 % bei einer Tempera- tur von etwa 20 °C in den Produktionsräumen wird empfohlen, um Rollneigung bzw. Fehlpasser zu vermeiden. Die feuchtigkeitsbeständige Verpackung erst dann von der Palette oder Rolle entfernen, wenn der Karton weiterverarbeitet werden soll. Die Verpackung schützt den Karton vor Feuchtigkeitsschwankungen, jedoch nur solange sie unversehrt ist. Die feuchtigkeitsbeständige Verpackung darf auch erst entfernt werden, wenn der Karton die Umgebungstemperatur im Verarbeitungsbereich angenommen hat. Die empfohlenen Aufwärmzeiten sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt.

Wenn kalter Karton warmen Umgebungsbedingungen ausgesetzt wird, kann sich die Luft um den Karton herum bis unter den Taupunkt (also den Kondensationspunkt) abkühlen. Die dabei entstehende Feuchtigkeit würde dann vom Karton aufgenommen werden. Die Zeit, die für den Temperaturausgleich benötigt wird, schwankt je nach dem Temperaturunterschied und dem Gewicht des Kartons (Palette oder Rolle).

Nach den Druck- und Verarbeitungsverfahren

Karton im Bogenformat sollte nach dem Druck wieder feuchtigkeitsbeständig verpackt werden. Durch das Druck-verfahren kann der Feuchtigkeitsgehalt des Kartons sinken, vor allem, wenn der Bogen mit Infrarot- oder UV-Strahlung getrocknet wird. Wenn die Temperatur des Stapels mehr als 60 °C erreicht und der Karton nicht ausreichend geschützt ist, kann dies beim Abkühlen in einem Feuchtigkeitsverlust an die Umgebung resultieren. Das erneute Verpacken ist wichtig, um eine gute Passergenauigkeit zu gewährleisten, wenn der Karton in zwei oder mehr Durchgängen in der Druckmaschine bedruckt wird. Das erneute Verpacken ist ebenso wichtig, um eine gute Passergenauigkeit zwischen dem Druck und den nächsten Verfahren zu erzielen, z. B. Stanzen und Rillen, Planschneiden oder Binden. Kartonprodukte sollten auch nach der Verarbeitung und vor dem Versand an den Kunden (Endanwender) oder weitere Verarbeitungsbetriebe feuchtigkeitsbeständig verpackt werden.

Die Aufrechterhaltung der Gleichgewichtsfeuchtigkeit und damit auch der Planlage und Dimensionsstabilität ist für die Produktivität in der Verarbeitungslinie von großer Bedeutung. Druckmaschinen und Verpackungslinien lassen sich nur bis zu einem gewissen Grad auf gerolltes, verdrehtes oder sprödes Material einstellen. Die anfälligsten Verfahrensschritte, für die ein ausgewogener und planer Karton besonders wichtig ist, sind folgende:
• Zuführung in eine Druckmaschine oder Maschinen zur Weiterverarbeitung
• Bogenförderung zwischen Druckeinheiten
• Ablage in einem exakten Stapel für eine effiziente Weiterverarbeitung
• Passergenauigkeit zwischen Druckeinheiten bei Bogen- und Rollenzuführung
• Genauigkeit und Registerhaltigkeit beim Stanzen und Prägen
• Gleichbleibendes Ergebnis beim Rillen
• Kalkulierbarer und ungestörter Durchlauf beim Falten/Kleben
• Genauigkeit der endgültigen Schachtelform oder der Einbandausrichtung beim Buchbinden
• Störungsfreies Aufrichten der Schachtel vor der Befüllung.

Handhabung während der Verfahren

Mehrlagiger Karton ist mit Sorgfalt und Umsicht zu behandeln, um nicht beschädigt zu werden. Eine besondere Form der Beschädigung sind Kartonaufroller, die durch das Aufrollen der Deckschicht eines Bogens entstehen. Muss der Karton umgestapelt werden, sollte vermieden werden, Kartonstapel über die Kanten des Reststapels gleiten zu lassen. Hierbei kann die Oberfläche reißen, so dass Kartonaufroller entstehen. Diese Gefahr besteht vor allem bei im Ries verpacktem Karton.

Paletten- oder Rollengewicht (kg)
  Temperaturunterschied Karton - Druckraum (Druckraumtemperatur etwa 20°C)
    10 °C

20 °C
  30 °C
400 kg
  2 Tage   2 Tage   3 Tage
800 kg
  2 Tage   3 Tage   4 Tage
1200 kg   2 Tage   4 Tage   5 Tage

 

Temperature differences board – printing room (print room temp. about 20 °C)

Auch beim Planschneiden sollten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Wenn der Kartonstapel über eine abgenutzte Schneidleiste gleitet, kann der untere Bogen genauso beschädigt werden.

Das Problem der Kartonaufroller lässt sich ganz vermeiden, wenn der Karton direkt im Kartonwerk auf die Palette gestapelt und der Druckmaschine dann direkt von der Palette zugeführt wird.

Um eine Beschädigung der Coronabehandlung zu vermeiden, ist es wichtig, vor der Weiterverarbeitung jeden Kontakt mit der Oberfläche des beschichteten bzw. kaschierten Kartons zu vermeiden.

Lagerung und Alter

Karton aus Primärfasern ändert sich bei ordnungsgemäßer Lagerung im Laufe der Zeit kaum, d. h. wenn er bei der richtigen Temperatur und Gleichgewichtsfeuchtigkeit gelagert wird. Primärfaserkarton, der so gelagert wird, weist kaum oder keine Änderungen der mechanischen Eigenschaften und nur unwesentliche Änderungen in den Oberflächen- und optischen Eigenschaften auf; diese Änderungen sind bei Chromokarton im Vergleich zu gebleichtem Zellstoffkarton deutlicher. Im Allgemeinen gilt Obiges auch für die Lagerung verarbeiteter gerillter Zuschnitte, wobei jedoch besonders darauf geachtet werden muss, flach gelagerte Zuschnitte fest zu stapeln und gut zu verpacken, um das Feuchtigkeitsgleichgewicht zu erhalten und Formänderungen zu vermeiden.

Iggesund Paperboard empfiehlt für Karton eine maximale Lagerung von einem (1) Jahr ab Lieferung, für alle coronabehandelten Produkte sechs (6) Monate.

 

 

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