Distribution und Lagerung

Distribution und Lagerung umfassen sämtliche Arbeitsgänge, die zwischen dem Abpackpunkt und dem endgültigen Verkaufspunkt in Einzelhandelsgeschäften, Supermärkten, Verkaufsautomaten, Apotheken etc. durchgeführt werden.

Am Ende der Abpacklinie werden die Verpackungen manuell oder automatisch zu Gebinden à 6, 12, 24 etc. Stück gruppiert und in Transportverpackungen gepackt. Solche Umverpackungen können sein:
• Flache Karton-Trays, die in Stretch- oder Schrumpffolie eingeschweißt werden
• Offene Wellpappen-Hüllen, die anschließend in Stretch- oder Schrumpffolie eingeschweißt werden
• Behälter aus Wellpappe mit Klebe- oder Laschenverschluss; es gibt auch Wellpappkartons mit Aufreißöffnung, die direkt für die Platzierung im Supermarktregal gedacht sind
• Eine Einheit von 6, 12 usw. Packungen, die einfach ohne weiteren Schutz durch Karton in Schrumpffolie eingeschweißt wird

Diese Umverpackungen werden in der Regel auf Paletten gepackt, wobei die einzelnen Lagen in unterschiedlicher Anordnung gestapelt werden, um der Ladung Stabilität zu verleihen. Die Paletten können zudem mit Gurten oder Stretchfolie gesichert werden.

Standardpaletten für den Einzelhandel in der üblichen Größe von 1000 x 1200 mm sind wiederverwendbar.

Die Paletten werden in beheizten oder unbeheizten Lagerhäusern gelagert. Tiefkühl- und Kühlkost werden entsprechend den erforderlichen Bedingungen gelagert, d. h. Tiefkühlkost bei einer Temperatur von –20 °C bis –35 °C und Kühlkost bei 0 bis +3 °C. Die Lagerung erfolgt normalerweise in Regalen oder freistehend, wobei jeweils zwei Paletten übereinander gestapelt werden.

Im Allgemeinen werden komplette Palettenladungen nicht direkt vom Hersteller an die Einzelhandelsgeschäfte geliefert, sofern diese nicht über sehr große Lager verfügen. Die Distribution der Palettenladungen erfolgt normalerweise an:

• Auslieferungslager großer Einzelhandelsketten. Die jeweiligen Standorte sind strategisch so ausgewählt, dass sie den Lagerbedarf einer Reihe von Filialen in einer bestimmten Region abdecken. Gemischte Ladungen werden entsprechend dem Bedarf der jeweiligen Filialen zusammengestellt. Das heißt, es werden verschiedene Transportverpackungen mit unterschiedlichen Produkten in Gitterbox-Containern zusammengefasst. Häufig ist die Anordnung eher zufällig.
• Auslieferungslager von Unternehmen, die vom Hersteller und den Einzelhandelsgeschäften unabhängig sind. Die Distribution erfolgt auf die gleiche Weise wie oben beschrieben.
• Auslieferungslager unabhängiger Großhandelsunternehmen. Die Palettenladungen mit Waren werden von diesen Unternehmen in Gestellen oder Verkaufsregalen ausgestellt, wo sie von den Einzelhändlern selbst abgeholt werden. Diese Art der Distribution hatte die Einführung ansprechender Umverpackungen für Selbstabholer zur Folge. Dazu gehören z. B. vorgedrucktes Kaschierpapier für Wellpappkartons oder das Einschweißen in Schrumpffolie, damit die bedruckten Einzelpackungen sichtbar sind.

Wichtige Kartoneigenschaften

Die wichtigsten Anforderungen an einzelne Faltschachteln sowie an andere Verpackungsformen beziehen sich auf Stapelfähigkeit, Handhabung und Schutz beim Transport. Zur Stapelung ist vertikaler Stauchwiderstand erforderlich, der durch statische oder dynamische Belastung einer Palette, einer Transportverpackung oder einer Einzelpackung geprüft werden kann. Für die Handhabung von Umverpackungen sind Stoßfestigkeit sowie Widerstand gegen ungleichmäßige Druckverteilung in gemischten Ladungen erforderlich.

Unter Transportbelastungen versteht man in der Regel Stöße. Sie können auf Gleitebenen oder durch Fallversuche simuliert werden. Bei empfindlichen Produkten ist unter Umständen eine besondere Polsterung erforderlich. Ob dies nötig ist, kann auf Rütteltischen mit einstellbarer Frequenz und durch Aufzeichnung praktischer Transport- versuche geprüft werden. Erschütterungen können zu Scheuern oder Abrieb an angrenzenden Oberflächen und damit zur Beschädigung der Verpackung führen.

Diese Anforderungen müssen auch bei Tiefkühlung (–20 °C bis –35 °C), Kühlung (0 bis +3 °C), sehr feuchter oder nasser Umgebung sowie unter sehr heißen und trockenen Bedingungen erfüllt werden.

Wichtige Eigenschaften

Zu den allgemeinen festigkeitsbezogenen Eigenschaften zählen:
• Flächengewicht
• Dicke
• Feuchtigkeitsgehalt
• Steifigkeit
• Streifenstauchwiderstand
• Stauchdruckfestigkeit
• Wasserfestigkeit (Distribution von Tiefkühl- und Kühlkost).

Distribution und Lagerung in der Praxis

Die folgenden Faktoren sind entscheidend für eine einwandfreie Distribution und Lagerung:
• Festigkeit des Kartons
• Strukturelles Design der Faltschachtel
• Art des Produkts, d. h. ob es zur Stabilität der Ver packung beiträgt
• Festigkeit und strukturelles Design der Transportver packung
• Palettenanordnung.
Die Abmessungen der Transportverpackung können per Computer überprüft werden, um eine optimale Nutzung des Palettenvolumens zu gewährleisten. Durch effektives Beladen der Palette lässt sich auch die Stapelleistung optimieren.

Im Hinblick auf besondere Lagerungs- und Distributionsbedingungen sind allerdings einige zusätzliche Anmerkungen erforderlich, siehe unten.

Zusammenfassung

Anforderungen an das Erscheinungsbild beziehen sich auf die Gestaltung der Oberfläche und das strukturelle Design. Die geforderten Leistungsmerkmale hingegen beziehen sich auf die Kartoneigenschaften bei Druck, Weiterverarbeitung und Gebrauch. In manchen Fällen muss die Kartonverpackung ganz besondere Schutzfunktionen oder andere Aufgaben erfüllen, je nachdem, mit welchen Produkten sie in Kontakt kommt oder wie sie bei Transport, Lagerung und Gebrauch gehandhabt wird.

Design im weitesten Sinne umfasst alle Aspekte, die bei der Kartonauswahl für Verpackungs- und Grafikanwendungen berücksichtigt werden sollten.

 

Distributions- und Lagerungsbedingungen
  Beschreibung und Maßnahmen
Tiefkühlkost und Speiseeis
  Die Lagertemperatur liegt bei ca. –20 °C. Druck oder Lack dürfen bei dieser Temperatur nicht rissig werden.
Kühlkost
  Die Lagertemperatur beträgt zwischen 0 und +3 °C. Hauptgefahr ist hier die sehr hohe relative Luftfeuchtigkeit, die zu einem Anstieg des Feuchtigkeitsgehalts des Kartons und somit zu einem Steifigkeits- und Festigkeitsverlust führen kann. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um dieses Risiko zu verringern: z. B. durch Verwendung dichter Hüllen bei Produkten, die in einer Kunststoff- oder Aluminiumschale verpackt sind, oder durch das Abpacken des Produktes in eine kunststoffbeschichtete Kartonschale, verschlossen mit einem bedruckten und heißversiegelten kunststoffbeschichteten Kartondeckel. Die Feuchtigkeitsbeständigkeit des Kartons lässt sich erhöhen durch:
• Vollleimung aller Kartonlagen, wodurch sich die Neigung zur Kantenwasseraufnahme reduzieren lässt.
• Funktionelle Beschichtungen mit Kunststoff, Aluminium-folie, Wachs oder feuchtigkeitsbeständigem Lack.
Feuchtigkeit und Nässe
  Die Feuchtigkeitsbeständigkeit des Kartons kann erhöht werden (siehe unter Punkt Kühlkost). Diese Bedingungen erfordern auch eine Beschichtung des Kartons und die Auswahl darauf abgestimmter Farben und Lacke, die sich durch gute Haftung, Nassabriebfestigkeit und Scheuerfestigkeit auszeichnen.
Hohe Umgebungstemperaturen   Hier ist das Hauptproblem die Blockneigung, d. h. das Zusammenkleben von Bogen oder Verpackungen. Dieses Problem lässt sich durch die Wahl einer geeigneten Beschichtung und darauf abgestimmter, nicht blockender Farben und Lacke verhindern

 

Kantenwasseraufnahme, Wick-Test

Klicken zum Vergrößern.

Bei vielen Anwendungen unter feuchten Bedingungen, wie Verpackungen für Tiefkühlprodukte oder Trinkbecher, ist ein höherer Grad an Wasserfestigkeit erforderlich. Als Beispiele für anspruchsvolle Anwendungen wären die Verpackung von heißem Spinat oder Tee- und Kaffeebecher zu nennen. Selbst bei Verpackungen oder Bechern mit kunststoffbeschichteter Innenseite sind die Kanten normalerweise ungeschützt. Zur Prüfung der Kantenwasseraufnahme wird normalerweise der Wick-Test durchgeführt.

Dieses Verfahren misst die Kapillarwirkung, die sich reduziert, wenn der Karton mit einem Leimungsmittel behandelt wird. Da hier nur die Kartonkanten geprüft werden, sind die Masseleimung des Kartons und der verwendete Fasertyp von größter Bedeutung.

Das Prüfmuster wird auf beiden Oberflächen mit einem wasserfesten Klebeband abgedeckt und auf eine spezifizierte Größe zugeschnitten. Die Probe wird gewogen und anschließend in 80 °C heißes Wasser getaucht. Das Wasser kann nur von den Kanten aufgenommen werden. Nach 20 Minuten wird die Probe erneut gewogen. Die Gewichtszunahme wird als Wick-Testwert in kg/m2 angegeben. Der Wick-Test wird zur Prüfung von vollgebleichtem Zellstoffkarton verwendet.

Wasseraufnahme durch die Oberfläche, Cobb-Test

Der Cobb-Wert gibt die während des Cobb-Tests von der Kartonoberfläche aufgenommene Wassermenge an.

Beim Offsetdruck wird Wasser verwendet, so dass ein bestimmter Grad an Wasserwegschlagfähigkeit erforderlich ist. Bei Verpackungen für Tiefkühl- bzw. Kühlkost können die Anforderungen sehr hoch sein.

Die Kartonprobe wird gewogen. Anschließend wird ein Zylinder mit einer Querschnittsfläche von 1 dm² über die Probe gestellt. In den Zylinder wird Wasser (100 ml) gegossen. Nach einer Minute wird der Zylinder geleert und das überschüssige Wasser von der Oberfläche entfernt. Die Gewichtszunahme wird in g/m² als einminütiger Cobb-Wert angegeben.

Der Test kann sowohl für die Außen- als auch für die Mittellagen von mehrlagigem Karton verwendet werden. Die Mittellagen werden nach der Delaminierung der äußeren Lagen geprüft.

Produkte aus vollgeleimtem Chromokarton, deren Mittellagen zusätzlich behandelt worden sind, um eine hohe Wasserfestigkeit für Tiefkühl- und Kühlkostanwendungen zu erzielen, werden in der Regel über einen Zeitraum von 3 Minuten geprüft. Es werden sowohl die Außen- als auch die Mittellagen geprüft.

Bei pigmentgestrichenen Oberflächen hängt die Wasser-aufnahme weitgehend von der Strichzusammensetzung ab. Bei ungestrichenen Oberflächen kommt es auf die Masseleimung und die Zusammensetzung des Oberflächenleims an.

Die Masseleimung der Fasern ist von äußerster Wichtigkeit, um die Wasseraufnahme der Mittellagen zu verringern.

Contact

Iggesund Paperboard
825 80 Iggesund
Sweden

+46 650 - 280 00
info@iggesund.com

Connect with Iggesund

  • Holmen.com
  • Cookies
  • MyPages
  • Drucken

© Iggesund 2016