Design und Schachtelkonstruktion

Wie wird Karton genutzt und wie profitiert man am meisten von dem Material Karton? Ganz gleich, ob man den Karton für ein Buch- oder Broschürencover oder für eine Verpackung verwendet, muss man genau wissen, wie er gehandhabt werden soll und welche Ansprüche von den verschiedenen Akteuren in der Kette zwischen dem Hersteller und dem Verbraucher oder dem Sender und Empfänger an ihn gestellt werden. Die Anforderungen an eine ansprechende Gestaltung mit denen an eine kostengünstige Produktion, eine einfache Logistik und eine gute Funktion im Einzelhandelsglied abzustimmen, ist keine leichte Aufgabe. In den folgenden Abschnitten haben wir uns auf die Funktionsanforderungen vor allem in der Verpackungskette konzentriert, bevor wir die Kartoneigenschaften beschreiben, die einen Einfluss auf die Wahl des am besten geeigneten Materials haben.

Die optische Wirkung einer Verpackung oder eines grafischen Produkts wird durch das Design bestimmt. Karton ist ein sehr vielseitiges Material, das dem Grafikdesigner unendlich viel Freiheit lässt. Eine kreative Formgebung wird also nur durch die eigene Vorstellungskraft begrenzt. Das Design umfasst sowohl das optische Erscheinungsbild der Oberfläche als auch die Formgebung oder das strukturelle Design. Diese beiden Aspekte werden separat betrachtet.

Markeninhaber und Designer müssen sich sehr gut mit den Bedürfnissen der verschiedenen Akteure auskennen, um die Verpackung und ihr Potential optimal nutzen zu können.

Beispiele für beeinflussende Faktoren:

• die Marke selbst
• das Hauptprodukt
• Drucker/Verarbeiter
• Verpacker/Befüller
• Verteiler
• Einzelhändler
• Verbraucher
• Gesetzgebung
• Nichtregierungsorganisationen wie Umweltschutzorganisationen.

Oberflächendesign

Die Oberflächengestaltung einer Verpackung oder eines grafischen Produkts aus Karton wird sowohl von der grundsätzlichen grafischen Gestaltung durch Bedrucken als auch von zusätzlichen Effekten, wie z. B. Lackierung, Prägung, Heißfolienprägung, Extrusionsbeschichtung oder Kaschierung bestimmt.

Der Endanwender muss die Anforderungen an die Oberfläche der Verpackung oder des grafischen Produkts definieren und beschreiben. Diese beziehen sich meist auf die Werbewirksamkeit und die Informationen über das Produkt und seine Verwendung.

Der Designer muss Gestaltungsvorschläge für die Oberfläche entwerfen, die diese Anforderungen berücksichtigen. Dies kann sich auf die Art der Veredelung und somit auch auf die Kartonauswahl auswirken.

Der Verarbeiter hat dann die Aufgabe, die erforderliche Produktqualität und das gewählte Oberflächendesign mit dem spezifizierten Karton zu erreichen.

Die beste Basis für den gewünschten optischen Eindruck bietet Primärfaserkarton mit glatter, gleichmäßig weiß gestrichener Oberfläche und guter Druckwiedergabe.

Wenn wir über Oberflächendesign sprechen, meinen wir normalerweise die Außen- oder Druckseite des Produkts. Gewisse Aspekte der Oberflächengestaltung können aber, je nach Produkt und Anwendung, auch für die Innen- oder Rückseite relevant sein. So kann die Innenseite bedruckt sein, wie bei Faltschachteln für Pralinen und Kosmetika, oder muss sehr hygienisch wirken, wie bei Lebensmitteln oder Medikamenten.

Beispiele für das Oberflächendesign

Mögliche Eigenschaften der Oberfläche werden im Folgenden beschrieben. Oft wird eine Kombination verschiedener Techniken angewendet.

Text und Abbildungen informieren den Kunden über das Produkt. Farben und Formen erzeugen ein Produktimage. Hohe Weiße und Glätte ergeben zusammen eine gute Druckwiedergabe.

Wichtige Kartoneigenschaften

Die entscheidenden Eigenschaften für eine gute Oberflächengestaltung sind:
• Bedruckbarkeit
• Weiße
• Oberflächenglätte
• Farbabsorption und -trocknung
• Abriebfestigkeit
• Lichtbeständigkeit
• Festigkeit und Elastizität.

 

 

 

 

Text, Farbe und Bilder
  Beschreibung
  Erzielt durch
Druck
  Text und Abbildungen informieren den Kunden über das Produkt. Farben und Formen erzeugen ein Produktimage. Hohe Weiße und Glätte ergeben zusammen eine gute Druckwiedergabe.
  • Kartonwahl
• Druckverfahren
• Weiterverarbeitung und Veredelung
Metallic-Effekte
  Durch Metallic-Effekte erhält ein Produkt ein luxuriöses Image.
  • Kartonwahl
• Kaschierung mit Aluminiumfolie
• Kaschierung mit metalli sierter Polyesterfolie
• Druck mit Metallfarben
• Heißfolienprägung
• Kaltfolientransfer
• Effektlacke
Glänzende oder matte
Oberfläche
  Durch den Kontrast zwischen matten und glänzenden Flächen kann die Aufmerksamkeit des Verbrauchers erregt werden.

  • Kartonwahl
• Lackierung
• Glänzende PE-Extrusionsbeschichtung
• Folienkaschierung
Prägung   Ein Oberflächeneffekt wie eine Leinenstruktur oder die Prägung einzelner Teile des Designs verleihen dem Produkt ein exklusives Image.   • Kartonwahl
• Prägen & Blindprägen
• Effektlacke

Strukturelles Design

Karton wird in großem Umfang für Grafik- und Verpackungszwecke eingesetzt. Die vielseitigen Stanz-, Rill-, Falt-, Verschließ- und Klebemöglichkeiten sowie die Festigkeit des Kartons lassen dabei viel Raum für funktionelle und kreative Formgebung.

Sowohl die kreative Form als auch die Funktion sind wichtige Aspekte des strukturellen Designs. Verpackungslösungen müssen Funktionen erfüllen, wie den Schutz des Inhalts bei der Distribution und Lagerung, die einfache Handhabung und wirkungsvolle Präsentation am Verkaufsort sowie die Erfüllung der Kundenanforderungen. Die kreative Gestaltung dient der Verkaufsförderung. Der Grafikdesigner hat dabei die freie Wahl aus einem breiten Spektrum von Formen.

Die kritischen Aspekte des strukturellen Designs sind je nach den gewählten Verarbeitungs- und Verpackungsverfahren sowie dem Endverwendungszweck unterschiedlich. Für den Verarbeiter sind dies die Steifigkeit, Rillfähigkeit und Flexibilität des Kartons sowie seine Laufeigenschaften.

Der Endanwender sieht nur die Endform der Verpackung. Wichtig sind hier eine optisch ansprechende Wirkung, ein effektiver Schutz des Inhalts und die Haltbarkeit der Verpackung, falls das verpackte Produkt länger oder intensiv genutzt werden soll. Für Verkauf und Werbung ist der optische Eindruck entscheidend. Das strukturelle Design ermöglicht die kreative Bewerbung neuer Produkte. Meist soll die Form jedoch hauptsächlich funktional sein und basiert auf bewährten oder spezifizierten Verpackungsformen

Gebräuchliche Schachtelformen

Karton ist ein Material, das fast alle denkbaren Formen annehmen kann. Einige der am meisten verbreiteten Formen können Sie der folgenden Tabelle entnehmen. Dort ist auch aufgelistet, welche besonderen Aspekte in Bezug auf Verarbeitung und Einsatzbereich berücksichtigt werden müssen.

 

Schachteltyp       Beschreibung
Rechteckige oder quadratische Faltschachteln
 

 

Die am meisten verbreitete Form ist die rechteckige oder quadratische Faltschachtel mit einer großen Displayfläche. Sie besteht aus einem gerillten Kartonbogen oder -zuschnitt. Der Karton wird an den Seiten geklebt und an den Enden verschlossen, nachdem das Produkt eingelegt worden ist.

Die Größe der Schachtel ist abhängig vom verpackten Produkt, dem Befüllungsverfahren, der Lagerung sowie der Präsentation im Handel. Das Verhältnis der Seitenlängen der Displayfläche beträgt in der Regel zwischen 5:3 und 5:4. Dieses Verhältnis kann nur erzielt werden, wenn die Abmessungen des verpackten Produkts dies ermöglichen. Rechteckige Verpackungen lassen sich platzsparend lagern, transportieren und in Ladenregalen aufstellen. Bei der Berechnung der Displayfläche wird die Stabilität der Verpackung ebenso berücksichtigt wie die Sichtflächen, die für die Präsentation der Produkte in Supermärkten zur Verfügung stehen.

Die Abmessungen der Verpackungseinheit beeinflussen auch die Maße der eventuell erforderlichen Umverpackung sowie der Transportpalette. Diese Aspekte sollten bereits im Entwurfsstadium berücksichtigt werden, da nur wenige Millimeter Unterschied bei bestimmten Maßen eine drastische Erhöhung der Distributionskosten mit sich bringen können.

Kartonverpackungen für
Zigaretten
 

 

Diese Kartonverpackungen verfügen über eine zusätzliche U-förmige Versteifung, die den Abpackvorgang erleichtert. Die Versteifung ist auch Bestandteil des praktischen Klappdeckelverschlusses (Flip-top) und erhöht die Stauchdruckfestigkeit der Packung. Ein zusätzlicher Schutz von Produkt und Verpackung wird durch eine nachträglich aufgebrachte, heißversiegelte Klarsichtfolie gewährleistet.

Doppelwandige
Schachteln
   

Diese Verpackungen sind besonders steif und stabil. Sie werden vor allem für Schokolade und Konfekt verwendet. Verschlossen werden diese Schachteln mit einem doppelwandigen Klappdeckel oder einem separaten Stülpdeckel mit Seitenkanten.

Schalen  

 

Diese Schalen oder Trays gibt es in zwei Ausführungen:
1. Thermoform-Schalen aus extrusionsbeschichtetem Karton. Deckel können aufgesiegelt werden. Die Schalen können eine leicht konische Form haben und werden oft mit einer wärmebeständigen PET-Folie beschichtet. Gekühlte oder tiefgekühlte Lebensmittel können in diesen Schalen in der Mikrowelle oder einem herkömmlichen Backofen erhitzt werden. Sie können auch als Backform genutzt werden.
2. Flache Trays (25 – 38 mm tief) mit geklebten oder eingesteckten Ecken. Diese Trays dienen als Unterlage für Gebinde und andere Packungen, die in Stretch- oder Schrumpffolie eingeschweißt werden.

Von oben befüllbare, auf-
gerichtete Faltschachteln
 

 

Diese Faltschachteln haben geklebte oder eingesteckte Ecken und einen Klappdeckelverschluss. Sie können von oben befüllt werden. Verschlossen werden sie meist mit folgenden zwei Deckeltypen:
1. Verschlussklappe mit einer Lasche, die in die Vorderseite der Schachtel eingesteckt wird. Diese Schachteln sind meist mit einer Folie umhüllt, um den optimalen Schutz von Produkt und Verpackung zu gewährleisten.
2. Klappe mit drei Laschen, die über die Seiten der Schachtel gefaltet und mit Heißkleber versiegelt werden. Wenn der Karton ein- oder beidseitig PE-beschichtet ist, kann der Deckel heißversiegelt werden.

Faltschachteln
mit Fenstern und
Kunststoffseiten
   

In diesen Schachteln ist das verpackte Produkt sichtbar. Sie sind entweder mit einem Fenster versehen, das in einen Kartonausschnitt eingesetzt wird, oder sind an mehreren Seiten durchsichtig. Im letzten Fall wird die Klarsichtfolie in einem besonderen Verfahren gerillt.

Displayverpackungen  

 

Diese Verpackungen sind entweder mit einem Faltboden oder einem Unterbau mit Steckverschluss und speziellen Verschlussklappen versehen. Displayverpackungen enthalten mehrere Einzelpackungen und werden am Verkaufspunkt als stummer Verkäufer eingesetzt. Die Verschlussklappe und wahlweise auch die Seiten sind gerillt und perforiert, so dass sie geöffnet und aufgerichtet werden können. Dies ermöglicht die verkaufsfördernde Präsentation der in der Displayverpackung enthaltenen Einzelpackungen.

Schachteln mit
Innenbeutel
   

Bei diesen Verpackungen wird flexibles Material (Papier/ PE, Papier/Folie/PE usw.) bereits vom Faltschachtel-hersteller oder erst während des Abpackvorgangs an einem seitlich verklebten Kartonzuschnitt befestigt. In der Abpackanlage wird der Innenbeutel unten versiegelt oder zusammengefaltet und der Boden der Schachtel versiegelt. Anschließend wird das Produkt eingefüllt, der Beutel oben versiegelt oder zusammengefaltet und der Deckel der Faltschachtel versiegelt oder eingesteckt. Dieser Schachteltyp kann auch mit Kunststofflaschen, Sicherheitsverschluss und Schutzblenden versehen sein. In Schachteln mit Innenbeutel können besonders empfindliche Produkte wie Kaffee bei Bedarf mit Hilfe von Schutzgasen oder unter Vakuum verpackt werden. Sie sind häufig wasser- oder wasserdampfdicht.

Faltschachteln mit
Innenteiler
   

Diese Faltschachteln verfügen über zusätzliche Unterteilungen, die den Packungsinhalt schützen und eine verkaufsfördernde Präsentation ermöglichen. Die Schachtel kann mit Klappdeckel, separatem Deckel oder mit Fenstern (wie oben beschrieben) versehen sein. Die Innenteiler können bereits im Kartonzuschnitt vorgesehen sein oder gesondert hergestellt und während des Verpa-ckungsvorgangs eingelegt werden. Zur Erhöhung der Stabilität können auch Stützstege als Innenteiler verwendet werden. Auch sie sind entweder Bestandteil des Zuschnitts oder werden separat hergestellt

Hüllen
   

Kartonhüllen werden eng um ein Produkt gelegt, z. B. ein Fertiggericht in einer verschlossenen Schale, als Umverpackung für mehrere Flaschen, Dosen und andere Behälter oder für bereits vorverpackte Produkte wie Käse verwendet. Die Hüllen werden entweder verklebt oder mit Einstecklaschen und Sicherheitsschlitzen verschlossen.

Hülsen/
Schieberpackungen
    Typische Beispiele sind:
1. Streichholzschachteln
2. Zigarettenschachteln.
Sonstige
Verpackungsformen
 

  Typische Beispiele sind:
1. Tetraeder, z. B. für Schokoladenkonfekt
2. Prisma (sechseckig), z. B. für Schokoladenkonfekt
3. Brieftasche, z. B. für Strumpfwaren
4. Röhren, z. B. mit Enden aus Kunststoff oder Karton für Produkte wie Süßigkeiten und Kosmetika.
Andere Verpackungen mit kreativem Design Sie präsentieren das Produkt ansprechend und werden oft innen zusätzlich mit Karton verstärkt, um das Produkt zu schützen. In vielen Fällen befinden sich mehrere einzeln verpackte Süßigkeiten in der Verpackung. Solche Verpackungen werden häufig für Süßigkeiten und Spielzeug verwendet und können nach Gebrauch z. B. zum Spielen benutzt werden. Sie dienen auch als Geschenkkartons
Faltschachteln für
Hängedisplays
    Bei diesem Schachteltyp wird die Rückseite einer rechteckigen Schachtel verlängert, gefaltet und in die Schachtel eingesteckt. Die Aufhängelasche wird mit einem Loch versehen, das bei Bedarf mit einer Kunststoffklammer verstärkt werden kann.
Faltschachteln mit
abgerundeten Seiten
    Interessante Verpackungsformen entstehen, wenn abgerundete oder gerade Faltungen in anderen Winkeln als 90 °aufeinandertreffen. Typische Beispiele sind:
1. Abgerundete Seiten
2. Abgerundete Ecken.
Blister- und
Skinverpackungen
 

  Eine entweder ein- oder beidseitig bedruckte Karte dient dem verpackten Produkt als Stütze. Dabei liegt das Produkt in einer Kunststoffschale, deren Seiten mit dem Karton versiegelt werden. Es ist aber auch möglich, dass die verlängerten Seiten des Kunststoffes um den Karton gelegt werden. Bei Skinverpackungen wird über das Produkt eine flexible Klarsichtfolie gezogen, die ringsum mit der Karte versiegelt wird.
Tüten  

  Zum Beispiel Eistüten. Diese Tüten können mit runden Kartondeckeln verschlossen werden.
Verbundverpackungen
 

  Für granulierte Produkte, z. B. retortierbare Verpackungen. Diese Verpackungen bestehen aus Karton, der mit Kunststoff und Folie beschichtet ist.
Kunststoffbeschichtete
dichte Faltschachteln
 

  1. Getränkekartons für Milch, Saft etc. Sie bestehen aus beidseitig mit PE- oder anderen Kunststofffolien beschichtetem Karton.
2. Beidseitig PE-beschichtete Verpackungen, die seitlich und an den Enden heißversiegelt sein können und dann wasser- und wasserdampfdicht sind. Sie können auch nur auf der Rückseite PE-beschichtet und am Boden mit einer ebenfalls einseitig PE-beschichteten flexiblen Blende versiegelt sein.
Medienverpackungen     Es gibt verschiedene Lösungen für Cover, die ausschließlich aus Karton bestehen. Sie können mit Schiebeelementen, perforierten oder gestanzten Schlitzen oder Falzen versehen sein, die die CDs bzw. DVDs halten.

Verschlussformen

Zum Verschließen sowie zum Öffnen und bei Bedarf auch zum Wiederverschließen der Kartonverpackungen steht eine breite Auswahl an Verschlüssen zur Verfügung.
Allen Verschlussarten ist gemeinsam, dass sie das Produkt bei der Lagerung, beim Transport und im Geschäft schützen sowie dem Verbraucher ein hohes Maß an Bequemlichkeit bieten

 

Verschlusstyp       Beschreibung
Klebelasche oder
versiegelte Lasche
 

  Dieser Verschluss besteht aus zwei sich voll überlappenden Außenlaschen und zwei sich berührenden Innenlaschen. Auf diese Weise werden Schachteln mit Pulver oder Granulat, die direkten Kontakt mit dem Kartonmaterial haben, sicher verschlossen. Die Innenlaschen sind immer schmaler als die Außenlaschen, um eine wirtschaftliche Nutzung des Kartonmaterials zu gewährleisten. Noch mehr Material kann gespart werden, wenn die Außenlaschen kürzer sind als die volle Tiefe der Faltschachtel. Die am häufigsten verwendeten Klebstoffe sind Heißkleber, aber auch Emulsionskleber. Wie und an welcher Stelle der Klebstoff aufgebracht wird, ist abhängig vom erforderlichen Produktschutz sowie den Anforderungen an Öffnung und Wiederverschließbarkeit der Verpackung. Wenn der Karton ein- oder beidseitig mit PE (oder anderen Thermoplasten) extrusionsbeschichtet ist, kann die Verpackung mit Heißluft oder direkter Gasflamme versiegelt und somit sicher verschlossen werden.
Einstecklasche
 

  Dieser Verschluss besteht aus einer verlängerten, rechtwinklig gefalteten Klappe, die in die Verpackung eingesteckt wird. Sind beide Enden mit einer Einstecklasche versehen, können diese entweder auf derselben oder der gegenüberliegenden Seite der Schachtel eingesteckt werden. Kurze Einschnitte an jedem Ende des Laschenfalzes verhindern ein versehentliches Öffnen der Schachtel. Zum optimalen Schutz von Produkt und Verpackung kann die Schachtel mit einer heißversiegelten Klarsichtfolie über-zogen werden.
Die Einstecklaschen können zusätzlich mit einem selbstklebenden Sicherheitsverschluss versehen werden, der über die Einstecköffnung geklebt wird. Außerdem können die Unterseite der Einstecklasche und die Innenlaschen mit Klebstoff versehen werden. Die Einstecklasche kann in diesem Fall nur durch Aufreißen der geklebten Stellen geöffnet werden.
Steckverschluss
    1. Der Boden der Faltschachtel wird mit einem Steckverschluss, die Oberseite mit einer Einstecklasche verschlossen.
2. Kurze Einschnitte an jedem Ende des Laschenfalzes verhindern ein versehentliches Öffnen der Schachtel. Zum optimalen Schutz von Produkt und Verpackung kann die Schachtel mit einer heißversiegelten Klarsichtfolie über-zogen werden.
Faltboden     Dieser Verschluss wird vom Faltschachtelhersteller vorgeklebt und beim Abpacken von Hand aufgerichtet. Eine Schachtel mit Faltboden kann ein beträchtliches Gewicht tragen.

 

Möglichkeiten zum Öffnen und Wiederverschließen

Einstecklaschen lassen sich problemlos öffnen und wiederverschließen, sobald die Schutzfolie, der selbstklebende Sicherheitsverschluss u. Ä. entfernt worden sind. Für Schachteln mit Klebelaschen gibt es verschiedene Öffnungsalternativen, die häufig auch ein Wiederverschließen der Verpackung ermöglichen.

 

Öffnungstyp
      Beschreibung
Aufreißstreifen
 

  Der Aufreißstreifen befindet sich dort, wo die beiden Laschen ganz oder teilweise überlappen. Die Einschnitte auf dem Aufreißstreifen sind meist markiert und verlaufen – parallel zur Klebelinie und dem Laschenfalz – über die volle Breite der Schachteloberseite. Ein leichtes Öffnen wird durch eine Lasche am Aufreißstreifen erreicht. Verpackungen mit Aufreißstreifen sind in der Regel nicht wiederverschließbar, können aber bei Bedarf mit einer solchen Funktion hergestellt werden..
Perforation
 

  Die überlappenden Laschen werden mit einer parallel laufenden doppelten Perforierung versehen. Mit Hilfe einer Aufreißlasche kann die Perforierung problemlos aufgerissen und die Schachtel geöffnet werden. Dieser Öffnungstyp ist nicht wiederverschließbar.
Reißlasche (Pull-Tab)
 

  An der Oberseite der Faltschachtel befindet sich eine Lasche, die herausgezogen und abgerissen wird. Pull-Tab-Verschlüsse lassen sich nicht wiederverschließen.

Perforierte
Einreißöffnungen
 

  Die perforierte Einreißöffnung befindet sich oben an der Vorderseite der Faltschachtel. Die Perforierung ist so ausgelegt, dass die Öffnung problemlos aufgedrückt und teilweise wieder verschlossen werden kann.
Klebelinien
 

  In der Regel verläuft die Klebelinie ohne Unterbrechung quer über die Lasche. Ist die Klebelinie jedoch in der Mitte unterbrochen, kann die Lasche vorsichtig mit einem Finger gelöst und geöffnet werden. Zum Wiederverschließen wird die obere Lasche in einen Schlitz der unteren Lasche eingesteckt. Statt einer unterbrochenen Klebelinie kann die Lasche auch mit Klebepunkten versehen werden, die das Öffnen erleichtern. Ist die Lasche mit einer durchgehenden Klebelinie versehen, wird diese stellenweise weder bedruckt noch lackiert, da nur an diesen Stellen eine gute Haftung des Klebstoffs gewährleistet ist. Die Ränder dieser Flächen können geritzt werden, damit sich der Aufriss nur auf die Flächen mit guter Haftung beschränkt.
Seitliche Perforation
    Eine Seite der Faltschachtel wird mit einer perforierten Öffnung versehen, die die Entnahme von Produkten, z. B. Kosmetiktüchern, ermöglicht.

Concora-Aufreißstreifen  
  Durch eine Ritzlinie (halber Einschnitt) auf beiden Seiten (Druckseite + Rückseite) des Kartons können Reißlaschen herausgearbeitet werden, die ein problemloses Öffnen der Verpackung ohne Hilfe eines Kunststoffstreifens gewährleisten. Das Erscheinungsbild der Verkaufsverpackung im Regal wird durch diese Ritzlinien nicht beeinträchtigt.

Faltschachtelherstellung, Verpacken und grafische Veredelung

Folgende Verfahren stehen Faltschachtelherstellern, Verpackern und Veredlern zur Verfügung, um kreative und funktionale Formen herzustellen:

Durch Rillen lässt sich der Karton entlang exakt definierter Linien falten..

Beim Stanzen entsteht ein Kartonzuschnitt zur Weiterverarbeitung. Stanzen und Rillen erfolgen in der Regel in einem Arbeitsgang. Dabei kann der Karton auch perforiert werden, um das Öffnen der fertigen Schachtel zu erleichtern. Außerdem kann der Zuschnitt mit Schlitzen und Laschen zum Verschließen versehen werden.

Beim Falten wird der Karton um 90 ° oder 180 ° gebogen.

Beim Kleben wird Klebstoff auf eine Seitenlasche aufgetragen. Die mit Klebstoff bestrichene Lasche wird so lange auf den Karton gepresst, bis die Klebenaht ausgehärtet ist. Der Kartonzuschnitt hat jetzt seine endgültige Form erhalten.

Beim Heißsiegeln werden unter Druck und Wärmezufuhr kunststoffbeschichtete Oberflächen oder Oberflächen, auf die in einem vorherigen Arbeitsgang Heißkleber aufgebracht wurde, miteinander versiegelt.

Wichtige Kartoneigenschaften

Die Steifigkeit ist wahrscheinlich die Eigenschaft, die das strukturelle Design einer Kartonverpackung am meisten beeinflusst. Wie bereits erwähnt, ist die Steifigkeit abhängig von anderen Festigkeitsfaktoren wie der Faserzusammensetzung, besonders der äußeren Lagen, und der Dicke.
Bei der Kartonauswahl für Faltschachteln müssen Steifigkeit, Abmessungen der Schachtelflächen, Kartonqualität und Faserorientierung berücksichtigt werden. Die Steifigkeit von Karton verhält sich in Bezug auf die Längs- und Querrichtung anisotrop.
Auch die Stauchdruckfestigkeit spielt bei der Gestaltung von Verpackungen eine große Rolle.
Gefüllte Kartonverpackungen werden bei Transport und Lagerung gestapelt und dabei einem starken Druck ausgesetzt. Folgende Faktoren beeinflussen die Stabilität solcher Verpackungen:
• Verpackungsdesign, d. h. Form und strukturbedingte Stabilität der Verpackung
• Stützfunktion des Packungsinhalts
• Form und Stabilität der gewählten Umverpackung
• Handhabung bei Transport und Lagerung – Palettierung, Stapelung und klimatische Bedingungen
• Veredelungsgrad – für manche Distributionsverfahren sind Kartonverpackungen mit Barrierefunktionen erforderlich.

Beim Faltschachteldesign muss berücksichtigt werden, welchen Belastungen die Rillungen sowohl im Abpackprozess als auch im Gebrauch ausgesetzt sind. Die Rillung muss daher formstabil und druckfest sein, um Störungen in der Abpacklinie weitestgehend auszuschließen. Gefaltete Rillungen und angrenzende Flächen dürfen während des Klebevorgangs sowie der nachfolgenden Handhabung und Lagerung keine unnötigen Belastungen auf die Klebenaht ausüben.

Wichtige Kartoneigenschaften

Folgende Kartoneigenschaften beeinflussen das strukturelle Design:
• Steifigkeit
• Zugfestigkeit
• Stauchwiderstand
• Stauchdruckfestigkeit
• Reißfestigkeit
• Rill- und Faltfähigkeit
• Elastizität
• Dichte
• Spaltfestigkeit
• Beschichtungsfestigkeit (bei kunststoffbeschichteten und kaschierten Produkten).

 

 

 

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