Handhabung

Wenn Sie mit mehrlagigem Karton arbeiten und ihn ordnungsgemäß handhaben, werden Sie feststellen, dass er ein sehr gefälliges Material ist. Der mehrlagige Aufbau ist die Grundlage vieler hervorragender Eigenschaften, die Ihnen dabei helfen, die beste Qualität und optimale Laufeigenschaften in Ihren Druck- und Veredelungsverfahren zu erzielen. Die mehrlagige Konstruktion erfordert jedoch auch einige wenige besondere – aber sehr wichtige – Vorkehrungen im Hinblick auf die Handhabung.

Karton, Feuchtigkeit und Planlage

Karton reagiert empfindlich auf Feuchtigkeitsschwankungen. Der beste Weg, die Originaleigenschaften des Kartons durch alle Produktionsstufen hindurch zu erhalten, ist seinen ursprünglichen Feuchtigkeitsgehalt zu erhalten. Feuchtigkeitsschwankungen führen zu Veränderungen in der Form oder den Abmessungen des Kartons. Durch Austrocknen wird der Karton spröder.

Unser Karton wird mit einem ursprünglichen Feuchtigkeitsgehalt hergestellt, der einer relativen Feuchtigkeit von etwa 50 % entspricht. Dieser Feuchtigkeitswert ist ideal im Hinblick auf die Bedruckbarkeit und die Laufeigenschaften. Vor der Lieferung wird der Karton feuchtigkeitsbeständig verpackt und ist so ausreichend vor Feuchtigkeitsschwankungen geschützt. Dieser Schutz hält so lange an, wie die Verpackung unversehrt bleibt.

Formänderungen der Fasern

Die Fasern neigen im Produktionsverfahren
in der Kartonmaschine dazu, sich
vorrangig in Laufrichtung (MD) zu
orientieren. Formänderungen des Bogens
durch Feuchtigkeit wirken sich daher
ausgeprägter in Querrichtung (CD) aus.

Zellulosefasern sind hygroskopisch und reagieren auf Feuchtigkeitsschwankungen, indem sie durch Feuchtigkeitsaufnahme aufquellen und bei Feuchtigkeitsverlust schrumpfen. Für die Zellulosefasern selbst ist die relative Formänderung (Aufquellen und Schrumpfen) in Querrichtung der Faser bis zu dreimal größer als in Längsrichtung. In der Kartonmaschine orientieren sich die Fasern eines Bogens im Herstellungsverfahren vorzugsweise in Laufrichtung der Maschine (MD). Somit liegt die Mehrzahl der Fasern in Längsrichtung, also in Maschinenlaufrichtung. Bei der Verarbeitung von Karton ist die Faserlaufrichtung daher ein wichtiger Parameter in Bezug auf die Maschinenlaufrichtung in den Druck- und Veredelungsverfahren.

 

Holzfasern quellen in der Breite mehr auf
als in der Länge. Klicken zum Vergrößern.

Gemäß seinen Herstellungsbedingungen weist Karton in einer definierten Umgebung von 50 % relativer Luftfeuchtigkeit eine Planlage auf. Wird er anderen Umgebungsbedingungen ausgesetzt, kann die Form des Kartons Schwankungen unterworfen sein. Da Karton ein natürliches Material ist, gibt es praktisch keine Möglichkeit zu verhindern, dass er den Feuchtigkeitsgehalt der Umgebungsluft annimmt. Alle Feuchtigkeitsschwankungen haben einen Einfluss auf den Durchmesser der Zellulosefasern und somit auch auf die Form des Kartonbogens. Wenn die Vorder- und die Rückseite des Kartonbogens sich durch Feuchtigkeit gleichmäßig in der Form ändern, wirken sich Feuchtigkeitsschwankungen nur auf die Maße des Bogens aus, d. h. er dehnt sich aus oder schrumpft. Sind die Formänderungen jedoch ungleichmäßig (asymmetrisch), führt jede Feuchtigkeitsschwankung zu einer Verwerfung des Bogens.

Verschiedene Formen der Roll- und Verdrehungsneigung

Durch den Hystereseeffekt wirken sich
Veränderungen der relativen Feuchtigkeit
in der Verarbeitungsumgebung
unterschiedlich auf die Feuchtigkeit im
Karton aus, je nachdem, ob die
Feuchtigkeit zu- oder abnimmt.
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Abweichungen von der Planlage werden nach Roll- und Verdrehungsneigung definiert. Die Planlage sollte anhand eines einzelnen Bogens und nicht anhand einer Palette beurteilt werden, da die Form der Palette durch Abweichungen in der Dicke beeinflusst werden kann. Wenn die Rollneigung in Laufrichtung des Kartons ausgerichtet ist, hat dies nichts mit Feuchtigkeitseinflüssen zu tun. Diese Rollneigung tritt auf, wenn ein Karton lange Zeit auf fest aufgerollten Rollen mit kleinem Kerndurchmesser gelagert und die Rollneigung beim Bogenschneiden nicht ausreichend verringert wurde.

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Empfohlenes Verfahren nach der Lieferung

Für ordnungsgemäße Lagerung sorgen

Es ist sehr wichtig, für die richtige Lagerung des Kartons zu sorgen, sobald er eintrifft. Da Karton hygroskopisch ist, sollte er weder zu feucht noch zu trocken gelagert werden, um seinen ursprünglichen Feuchtigkeitsgehalt aufrechtzuerhalten. Außerdem sollte Karton nicht zu niedrigen oder zu hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Direktes Sonnenlicht möglichst vermeiden.

Wir raten Ihnen, folgende Vorkehrungen zu treffen:

  • Lassen Sie die Verpackung bis direkt vor dem Drucken unversehrt. Dies ist wichtig, weil der Kunststoff den ursprünglichen Feuchtigkeitsgehalt des Kartons bewahrt und ihn vor Beschädigungen schützt.
  • Lassen Sie die Kartonpaletten nicht im Freien stehen, auch nicht unter einem Vordach. Durch Schwankungen in Temperatur und Feuchtigkeit können sich die Eigenschaften des Kartons ändern, weil die Fasern aufquellen oder schrumpfen.
  • Sicherstellen, dass der Karton in einem Raum mit gleichmäßiger Temperatur und Feuchtigkeit gelagert wird, so dass er sich an die Umgebung gewöhnt, in der er bedruckt wird.

Empfohlenes Verfahren für Produktion und Gebrauch

Nachverfolgbarkeit

Der gelieferte Karton wird durch seine Bestellnummer und seine Paletten- oder Rollennummer bezeichnet. Wir empfehlen Ihnen, diese Nummern festzuhalten, um die Identifizierung und Nachverfolgbarkeit in den Druck- und Veredelungsverfahren sowie im Gebrauch zu gewährleisten, oder die Etiketten aufzubewahren, bis der Auftrag abgeschlossen ist. Die Kenntnis der Bestell- und Palettennummern beschleunigt die Lösung von Problemen im Falle von Qualitätsabweichungen.

 

 

Vor den Druck- und Veredelungsverfahren

Die korrekte Handhabung von Karton ist sehr wichtig für die Erzielung bester Ergebnisse in Druck, Veredelung und Gebrauch. Um dies zu gewährleisten, empfehlen wir die folgende Vorgehensweise:

  • Karton möglichst erst bedrucken, wenn er nach der Lieferung zwei oder drei Tage in seiner Kunststoffverpackung geruht hat.
  • Die feuchtigkeitsbeständige Verpackung erst entfernen, wenn der Karton die gleiche Temperatur angenommen hat wie die Luft im Druck- oder Veredelungsraum. Siehe dazu die nachstehende Tabelle.
  • Die empfohlene relative Feuchtigkeit in den Druck- und Veredelungsräumen, um Rollneigung, Fehlpasser und andere Probleme zu vermeiden, liegt bei 45 – 60 %. Hierzu verweisen wir auf den obigen Abschnitt „“Karton, Feuchtigkeit und Planlage“
  • Die Bogen möglichst nicht von Hand schneiden. Wenn der Schnitt nicht 100 % korrekt ist, kann er Spannungen im Bogen verursachen, die zu einer Trennung der verschiedenen Lagen führen können.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Aufwärmzeiten vor Entfernung der Verpackung, also die Zeit, die der Karton je nach anfänglichem Temperaturunterschied benötigt, um die Umgebungstemperatur anzunehmen.

Paletten- oder RollengewichtAnfänglicher Temperaturunterschied zwischen Karton und Druckraum (angenommene Raumtemperatur etwa 20 °C)
  10 °C 20 °C 30 °C
400 kg 2 Tage 2 Tage 3 Tage
800 kg 2 Tage 3 Tage 4 Tage
1,200 kg 2 Tage 4 Tage Tage

Es ist äußerst wichtig, die Aufwärmzeit zu beachten. Die Zeit, die für den Temperaturausgleich benötigt wird, schwankt je nach dem Temperaturunterschied und dem Gewicht der Kartonpalette oder -rolle. Die Verpackung sollte erst entfernt werden, wenn der Karton die Temperatur des Druckraums angenommen hat. Wenn unverpackter kalter Karton warmen Umgebungsbedingungen ausgesetzt wird, kann sich die Luft um den Karton herum bis unter den Taupunkt (also den Kondensationspunkt) abkühlen. Die dabei entstehende Feuchtigkeit würde dann vom Karton aufgenommen werden.

Während der Druck- und Veredelungsverfahren

Mehrlagiger Karton ist mit Sorgfalt und Umsicht zu behandeln, um nicht beschädigt zu werden. Eine besondere Form der Beschädigung sind Kartonaufroller, die durch das Aufrollen der Deckschicht eines Bogens entstehen. Dieses Problem lässt sich ganz und gar umgehen, indem Karton nicht im Ries verpackt, sondern im richtigen Bogenformat beim Hersteller bestellt wird. Wenn der Karton direkt vom Kartonhersteller auf Paletten gestapelt wird (ohne jegliche nachfolgende Handhabung) und die Druckerei die Bogen direkt der Maschine zuführt, treten diese Kartonaufroller normalerweise nicht auf. Muss der Karton umgestapelt werden, dann zu schwere Riese möglichst nicht bewegen oder mit zwei Mann arbeiten.

Nach den Druck- und Veredelungsverfahren

 

Der Feuchtigkeitsgehalt kann nach dem Druck abnehmen, vor allem, wenn der Bogen UV- oder infrarotgetrocknet wurde. Wenn die Temperatur des Stapels mehr als 60 °C erreicht – und der Karton nicht ausreichend geschützt ist – könnte er beim Abkühlen seine Feuchtigkeit verlieren.

Deshalb sollte Karton im Bogenformat nach dem Druck wieder feuchtigkeitsbeständig verpackt werden. Das erneute Verpacken ist wichtig, um eine perfekte Passergenauigkeit zu gewährleisten, wenn der Karton in zwei oder mehr Durchgängen in der Druckmaschine bedruckt wird. Das erneute Verpacken ist ebenso wichtig, um eine gute Passergenauigkeit zwischen dem Druck und den nächsten Verfahren zu erzielen, z. B. Stanzen und Rillen, Planschneiden oder Binden.

Das fertige Kartonprodukt sollte auch nach der Oberflächenveredelung und vor dem Versand an den Kunden oder weitere Veredelungsbetriebe feuchtigkeitsbeständig verpackt werden.

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