Hoch- und Tiefprägen

Hoch- und Tiefprägen in der Praxis

Hoch- und Tiefprägen kann „blind“ oder
in Kombination mit anderen Techniken erfolgen.

Beim Hoch- und Tiefprägen wird der Karton so verformt, dass ein gut definiertes, dauerhaftes Relief entsteht. Durch Hochprägen entsteht ein erhabenes Muster, durch Tiefprägen eine vertiefte Verformung. Mit beiden Verfahren können äußerst eindrucksvolle Designergebnisse erzielt werden. Prägungen können die gesamte Kartonoberfläche bedecken oder zur Herstellung deutlich hervortretender Einzelreliefs genutzt werden.

Das Hoch- und Tiefprägeverfahren

Hoch- und Tiefprägen erfolgt unter hohem Druck, um ein präzises und dauerhaftes Relief herzustellen. Das Werkzeug besteht aus einem Stempel und einer Matrize (oder Gegenstück), in die das Relief bzw. seine Negativform hineingeätzt sind.

Ein Relief kann zwischen 0,15 und 2,5 mm hoch oder tief sein. Wenn das Relief nur geringfügige Unterschiede in der Prägetiefe aufweist, ist eine höhere Durchlaufgeschwindigkeit möglich. Das Stapeln der fertigen Bogen ist ebenfalls einfacher.


Prinzip des Hoch- bzw. Tiefprägens. Klicken zum Vergrößern.

 

Werkzeugvorbereitung

Das Werkzeug muss für jeden Prägevorgang gesondert hergestellt werden. Die Kartonqualität und -dicke sowie die Form und Tiefe des Reliefs sind von großer Bedeutung für die Konstruktion des Werkzeugs. Daher erfolgt die Werkzeugvorbereitung für eine bestimmte Kartonqualität und ein bestimmtes Flächengewicht in der Regel individuell, was wiederum bedeutet, dass es sehr schwierig ist, verschiedene Qualitäten mit demselben Werkzeug zu verarbeiten.

 

Details eines Prägewerkzeugs.
Klicken zum Vergrößern. 

Um die besten Ergebnisse zu erzielen, empfehlen wir, Ihrem Werkzeuglieferanten immer ein Muster des vorgesehenen Basismaterials zu geben. Bei der Herstellung des Prägewerkzeugs sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Die Auflagenhöhe bestimmt die Wahl des Materials für den Stempel. Die Qualität und das Flächengewicht des Kartons bestimmen die Konstruktion der Matrize.

Chromokarton (GC) lässt sich etwas stärker komprimieren als vollgebleichter Zellstoffkarton (GZ) und nimmt daher einen Teil des Drucks in seiner Struktur auf. Die Matrize muss dies kompensieren, d. h. sie muss entsprechend auf die Komprimierbarkeit und die Dicke des Basismaterials eingestellt sein.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass wir empfehlen, die Matrize und den Stempel bei Ihrem Werkzeuglieferanten zu kaufen, statt auf Do-it-yourself-Material zurückzugreifen (z. B. einen Matrizenkarton oder eine geformte Matrize aus einer Ein- oder Zweikomponentenpaste). Eine selbstgemachte Matrize eignet sich nur für sehr kleine Auflagen. Was noch wichtiger ist: sie gewährleistet nicht die erforderliche Präzision, d. h. Sie können die Matrize nicht richtig auf den Karton einstellen.

MaterialProduktions-technik technikHalt-barkeitKonfiguration
Messing Graviert ++++ Mehrere Prägetiefen
Kupfer Geätzt +++ Meist eine Prägetiefe
Magnesium Graviert ++ In begrenztem Umfang mehrere Prägetiefen
Magnesium Geätzt ++ Nur eine Prägetiefe

Empfehlungen

Alle Arten von Karton können hoch- oder tiefgeprägt werden, aber ihre individuelle Konstruktion und Zusammensetzung begrenzen die Möglichkeiten, optimale Ergebnisse zu erzielen. Um eine genaue, präzise und dauerhafte Prägung durch das Werkzeug zu erzielen, muss ein Karton verwendet werden, der fest und steif genug ist, aber gleichzeitig elastisch. Der Karton muss einem hohen Maß an verformender Dehnung nachgeben, ohne zu reißen, aber nach der Prägung auch eine dauerhafte Verformung beibehalten, also ein gutes Formänderungsvermögen aufweisen. Um ein Reißen der Oberfläche zu vermeiden, ist eine hohe Elastizität des Strichs von entscheidender Bedeutung.

 

 

Je feiner die Details und je tiefer das erforderliche Relief, desto weniger Kartonqualitäten gibt es, die alle Anforderungen zufriedenstellend erfüllen können. Karton aus chemisch gewonnenen langen Fasern sind all diesen Anforderungen gewachsen. Mit einem vollgebleichten Karton sind dank seiner mehrlagigen Konstruktion und seiner langen, festen Fasern die besten Ergebnisse bei tiefen Reliefs möglich. Die Dichte, Festigkeit und Dehnung des Kartons ermöglichen komplexe Muster und große Verformungen ohne sichtbare Schäden. Die gleichmäßige Dichte durch alle Lagen hindurch trägt zur Qualität der Prägung bei. Die Prägung ist dauerhaft, und der Karton reißt nicht.

Folienprägen und andere Kombinationen

Hoch- und Tiefprägen werden häufig mit anderen Verfahren zur kreativen Gestaltung wie Drucken, Lackieren oder Folienkaschierung kombiniert. In diesem Fall erfolgt der Hoch- bzw. Tiefprägevorgang zuletzt. Soll das Relief jedoch mit einer metallisierten Prägefolie überzogen werden (siehe Heißfolienprägen), werden diese beide Verfahren gleichzeitig durchgeführt (Folienprägen), um eine perfekte Passergenauigkeit zwischen dem Relief und der Folie zu gewährleisten. In diesem Fall kann die Relieftiefe zwischen 0,25 und 0,60 mm betragen.

 

Werkzeuge und Materialien beim Folienprägen.
Klicken zum Vergrößern. 

 

Contact

Iggesund Paperboard
825 80 Iggesund
Sweden

+46 650 - 280 00
info@iggesund.com

Connect with Iggesund

  • Holmen.com
  • Cookies
  • MyPages
  • Drucken

© Iggesund 2016