Die Bindung – das letzte Glied

Die Bindung ist das letzte Glied in der Kette der Verfahren, die den Karton in attraktive und funktionale Einbände für Broschüren, Geschäftsberichte, Handbücher, Bücher oder Zeitschriften umwandeln. Dieses letzte Glied muss genauso stark sein wie alle anderen. Daher ist es wichtig, die Kartonwahl auch auf das zu verwendende Bindeverfahren abzustimmen.

Allgemeine Vorkehrungen

Die am häufigsten eingesetzten Bindeverfahren für Einbände aus Karton sind Rückendrahtheftung, Drahtkammbindung, Klebebindung, Fadenheftung und Fadensiegelung. In allen Bindeverfahren ist die Faserlaufrichtung ein entscheidender Faktor. Bitte beachten Sie, dass die Falze im Einband (ebenso wie im Innenteil) immer parallel zur Faserlaufrichtung des Kartons verlaufen müssen. Nur dann können enge und dauerhafte Falzlinien, eine haltbare Verbindung und ein geringer Faltwiderstand erzielt und eine Welligkeit der Bindung vermieden werden. Dank seiner langen und festen Fasern ermöglicht ein vollgebleichter Zellstoffkarton die besten Bindeergebnisse unter schwierigen Bedingungen.

In diesem Abschnitt konzentrieren wir uns auf das Klebeverfahren. Doch zuerst möchten wir noch kurz auf das Beschneiden eingehen. Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, ohne eine Delaminierung der Kanten zu riskieren, müssen folgende Parameter streng überwacht werden: der Druck auf dem Buch, Winkel, Schärfe und Schmierung des Messers und der Verschleiß des Gegenstücks.


Durch kontrolliertes Beschneiden kann eine Delaminierung der Kanten vermieden werden.
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Das Klebeverfahren

Kleben ist nicht schwierig, aber Nachlässigkeit bei der Ausführung kann bei der Klebebindung ebenso wie bei der Fadenheftung und Fadensiegelung sehr teuer werden. Bei der Klebebindung werden die Bogen gefaltet, gebündelt und dann zur besseren Haftung gefräst. Bei der Fadenheftung und Fadensiegelung werden die Bogen geheftet, gefaltet und gebündelt. Der Buchblock wird dann direkt auf die Rückseite des Einbands geklebt.

Oberflächentypen

Der Klebstofftyp und die Ergebnisse des Klebeverfahrens hängen von der zu klebenden Oberfläche ab.

Oberflächen lassen sich in drei Kategorien einordnen:

  • Einfache Oberfläche – ungestrichene oder leicht gestrichene Oberfläche
  • Anspruchsvolle Oberfläche – voll gestrichene, bedruckte Oberfläche
  • Schwierige Oberfläche – mit UV-Lack, Folienkaschierung oder PE-Beschichtung

Klebstofftypen

Die beim Buchbinden am häufigsten verwendeten Klebstofftypen sind Kaltleime:

  • Polyvinylacetat (PVA) für einfache Oberflächen
  • Ethylvinylacrylat (EVA) für einfache, anspruchsvolle oder schwierige Oberflächen
  • Copolymere für schwierige Oberflächen

Wichtige Faktoren

Folgende Faktoren sind beim Kleben zu berücksichtigen:

  • Der Klebstoff muss das Basismaterial benetzen und haften bleiben.
  • Der Klebstoff muss an der richtigen Stelle aufgetragen werden.
  • Es muss genügend Klebstoff vorhanden sein, um eine gute Verbindung zu erzielen, aber nicht so viel, dass er herausgedrückt wird.
  • Die Zeit zwischen dem Klebstoffauftrag und dem Zusammenfügen der Flächen darf nicht zu lang sein.
  • Der Druck muss aufrechterhalten bleiben, bis die Verbindung fest genug ist.
  • Der Klebstoff muss die Anforderungen der Bindemaschine in Bezug auf die richtige Temperatur und Einspannzeit erfüllen, bevor das Buch die Maschine verlässt.
  • Der Faltwiderstand in den Rillungen im Rücken muss gering sein, damit die seitlichen Klebenähte nach dem Einspannen nicht versagen.

Seitennahtklebung

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Die Seitennahtklebung wird hauptsächlich bei Verpackungen, aber auch für CD-Hüllen angewendet. Bei diesem Verfahren wird der Klebstoff mit einem Auftragsgerät auf die erste Kartonoberfläche aufgetragen. Der Klebstoff benetzt die Oberfläche und beginnt auszuhärten. Die zweite Kartonoberfläche wird unter Druck aufgebracht, so dass eine Klebstoffverbindung entsteht. Ist der Klebstoff auf Wasserbasis hergestellt, absorbiert der Karton zunächst das Wasser, damit der Klebstoff aushärten kann.

Empfehlungen

Zu den im Allgemeinen für eine erfolgreiche Bindung erforderlichen Kartoneigenschaften gehören eine gleichmäßige Festigkeit, gleichbleibende Planlage und Stabilität sowie gute Stanz-, Rill-, Falt- und ggf. für das Kleben geeignete Oberflächeneigenschaften. Bei der Rückendrahtheftung oder Drahtkammbindung ist die Festigkeit von besonderer Bedeutung. Bei der Rückendrahtheftung ist das kleine Stück Karton, das den Einband mit Hilfe der Klammer am Innenteil befestigt, sehr hohen Belastungen ausgesetzt. Für die Klebebindung ist ein Karton mit leicht gestrichener Rückseite die beste Wahl. Anderenfalls sind besondere Vorkehrungen bei der Wahl des Klebstoffs erforderlich, wie bereits oben erwähnt.

Mehrstufige Verarbeitung in der Praxis

Die Herstellung fast aller grafischen Produkte erfolgt in mehr als einem Arbeitsgang. Die am häufigsten vorkommende Kombination ist Drucken, Rillen und Falten. Einige Produkte sind jedoch komplexer und anspruchsvoller als andere und können in manchen Fällen nach dem Druck alle Veredelungsstufen durchlaufen, die möglich sind.

Die Umsetzung eines komplexen und anspruchsvollen Designs ist keinesfalls einfach. Sie erfordert handwerkliches Geschick und einen Karton, der in einem mehrstufigen Verfahren perfekte Passergenauigkeit ermöglicht. Dieser Karton muss also eine äußerst gute Dimensionsstabilität und eine präzise Bogenrechtwinkligkeit aufweisen. Um ein hervorragendes Ergebnis zu erzielen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass der Karton von Anfang bis Ende durch die ganze Folge der Produktionsstufen hindurch seine ursprünglichen Feuchtigkeitseigenschaften behält. Anderenfalls können die Bogen von ihrer ursprünglichen Stabilität und Genauigkeit abweichen (siehe hierzu das Kapitel „Handhabung“).

Wie wir bereits erwähnten, ist Karton ein fehlertolerantes Basismaterial. Dies zeigt sich vor allem in den Veredelungsverfahren. Unter der festen, glatten und weißen Oberfläche finden Sie alle Stärken, die Sie für die Ausführung der anspruchsvollsten Anwendungen benötigen. Ob Sie nun lediglich einen Lack auftragen, um die grafische Darstellung hervorzuheben, oder die kompliziertesten Entwürfe in mehrstufigen Verfahren umsetzen – Sie können sich immer darauf verlassen, hervorragende Ergebnisse zu erzielen.

 

Die Umsetzung eines komplexen und anspruchsvollen Designs erfordert handwerkliches Geschick und einen Karton, der in einem mehrstufigen Verfahren perfekte Passergenauigkeit ermöglicht.

 

 

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