Rillen und Falten

Anders als Papier kann – und sollte – Karton vor dem Falten gerillt werden. Der Vorteil, der bei der Verwendung eines mehrlagigen Kartons durch diesen Vorgang erzielt wird, ist die Qualität, die sich in deutlich definierten, haltbaren und schmalen Falzlinien ohne störende Risse in der Oberfläche der bedruckten, lackierten oder kaschierten Falze zeigt.

Das Design verdient klar definierte und schmale
Falzlinien ohne Risse.

Der mehrlagige Aufbau des Kartons
gewährleistet tiefe und schmale Falze,
die häufig auf- und zugeklappt werden
können, ohne zu reißen.

 

Tiefe und schmale Falze

Es ist einfach, gerillten Karton zu falten. Ohne Rillen würden die oberen Lagen reißen bzw. die Falzlinien wären schlecht definiert. Während des Rillvorgangs wird der Karton entlang der gut definierten Falzlinien geschwächt, die dann beim Falten wie Scharniere wirken. Um präzise Falze mit geringem Faltwiderstand zu erzielen, muss die Rillung tief und schmal sein – je tiefer und schmaler, desto besser. Sehr dicker Karton muss mehrfach gerillt oder vor dem Falten geritzt werden.

Optimales Rillen

Mehrlagiger Karton ermöglicht ein optimales Rillen. Im Idealfall sollte sich der Karton dabei über seine gesamte Dicke in eine begrenzte Anzahl dünner, unversehrter Lagen aufblättern. Auf diese Weise erhält man klar definierte und haltbare Falze, die zu einer guten Funktionalität und einem attraktiven Erscheinungsbild beitragen.

So wird richtig gefaltet. Auf keinen Fall
die Rillung auf links drehen, wie es
manchmal passiert. Gefaltet werden
muss immer zur Wulst hin.

Bei einer optimalen Rillung blättert sich
der mehrlagige Karton entlang einer gut
definierten Falzlinie in möglichst viele
dünne und unversehrte Lagen auf.

 

Das Rillverfahren

Perfekt gerillt.

Um die Rille zu formen, drückt eine dünne Leiste aus Stahl mit einer runden, glatten Kante (das Rillmesser) den Karton in eine präzise geschnittene Nut in einem dünnen und harten Werkstoff (Rillmatrize oder Gegenstempel). Die Breite und Tiefe der Rillung werden durch die Geometrie des Rillwerkzeugs und die Anpassungsfähigkeit des Kartons an das Werkzeug definiert. Beim Buchbinden ist das Rillen der Einbände oft ein integrierter Vorgang in der Buchbindemaschine. In diesem Fall kann das oben beschriebene Flachbettverfahren nicht angewendet werden. Die Rillung erfolgt stattdessen mit Hilfe eines Stahlrades und einem entsprechenden Gegenstück.

Rillfähigkeit

Was ist Rillfähigkeit?

Rillfähigkeit lässt sich wie folgt erklären:

  • Die Fähigkeit des Kartons, tiefe und schmale Rillungen zuzulassen. Wenn die Rillung zu flach oder zu breit ist, treten Schwierigkeiten beim Faltvorgang auf. Karton mit tiefen und schmalen Rillen lässt sich dagegen einfach falten.
  • Die Fähigkeit des Kartons, die Form des Rillmessers anzunehmen und die gewünschte Rillengeometrie zu behalten. Genauigkeit und Präzision sind bei der Form und Anordnung der Rille äußerst wichtig.
  • Die Toleranzfähigkeit des Kartons. Ein fehlertoleranter Karton ist weniger anfällig für Schwankungen bei den Rillbedingungen (zum Beispiel, weil die Werkzeuge stumpf werden) und daher in der Weiterverarbeitung verlässlicher.

Mehrlagiger Aufbau

Das Rillverfahren und die entsprechenden Einstellungen sollten sorgfältig auf den eingesetzten Karton abgestimmt werden. Der mehrlagige Aufbau verschiedener Kartonprodukte resultiert in unterschiedlichen Eigenschaften. Ihre Anforderungen an die Optimierung anderer Kartoneigenschaften wie Steifigkeit oder Festigkeit haben einen unterschiedlichen Einfluss auf das Rill- und Faltverhalten. Ein fester Karton wie ein vollgebleichter Zellstoffkarton sorgt für tiefe und schmale Rillungen, obwohl er im Rillverfahren eine gewisse Rückstellfähigkeit aufweist. Ein steifer Karton wie ein Chromokarton lässt sich leichter rillen, ermöglicht jedoch nicht die gleichen feinen Rillenabmessungen wie ein Sulfatzellstoffkarton, was wiederum seine Falteigenschaften beeinträchtigt.

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